Erneuerbare-Energien-Wärmegesetz (EEWärmeG) novelliert

Kampmann projektiert energetisch sinnvolle Gesamtanlagen nach neuesten Vorgaben

Der Deutsche Bundestag beschloss im Februar 2011 ein novelliertes EEWärmeG, das zum 1. Mai 2011 in Kraft trat. Bereits seit dem 1. Januar 2009 regelt das EEWärmeG die Verwendung von regenerativen Energien in neuen Gebäuden. Verbindliches Ziel ist, bis zum Jahr 2020 mit erneuerbaren Energien einen Anteil von 14 Prozent des Endenergieverbrauchs zu erreichen. Zum Vergleich: In 2009 lag der Anteil bei 8,4 Prozent.

 

Die wichtigsten Neuerungen auf einen Blick:

  • Regenerative Energien müssen auch bei der Deckung des Wärme- und Kälteenergiebedarfs berücksichtigt werden.
  • Öffentliche Gebäude sollen eine Vorbildfunktion einnehmen bei der Nutzung erneuerbarer Energien (bei Neubau und grundlegender Renovierung).
  • Begrifflichkeiten werden zusätzlich erläutert.
  • Die Handwerkskammern können Erlasse initiieren für Fortbildungsregelungen von Installateuren.

 

Bislang wurde nur die „Wärme“ berücksichtigt. Ansatzpunkte waren vorrangig in der Wärmebereitstellung und –versorgung oder im Aufbau des Gebäudes zu finden. Als regenerative Ersatzmaßnahme ist die Wärmerückgewinnung (WRG) für Heizwärmebedarf im Nichtwohngebäude anerkannt. Das ist weiterhin gültig, wie alle in der vorhergehenden Ausgabe beschriebenen Maßnahmen.

 

Zusätzlich sollen jetzt regenerative Energien auch bei dem Kälteenergiebedarf Anwendung finden.

 

Leider fehlen zum Teil momentan noch die entsprechenden Werkzeuge zur Berechnung. Hier wird es sicherlich in naher Zukunft eine Überarbeitung der entsprechenden Richtlinie (DIN V 18599) geben. Zwischenzeitlich gibt es aber weiterführende Informationen, wie Geräte und Maßnahmen, die nicht direkt in der DIN V 18599 berücksichtigt wurden, zu berechnen sind. Das renommierte FGK (Fachinstitut Gebäude-Klima e.V.) hilft mit dem Status-Report 20 weiter.

 

Demzufolge haben folgende Kühlverfahren regenerative Anteile bei der Kälteerzeugung:

  • Indirekte Verdunstungskühlung kann per Definition als regenerative Energie angerechnet werden. Zu diesem Zweck wird der Kühlenergiebedarf (Aufwand = elektrische Leistungsaufnahme) für die traditionelle (Kompressions-)Kühlung mit dem Kühlenergiebedarf der indirekten Verdunstungskühlung (KLIMANAUT-Technologie) verglichen. Die sich hieraus ergebende Differenz gilt als regenerativer Energieanteil.
  • Einfacher ist die Berechnung für Kälteerzeuger mit freier Kühlung. Je nach Betriebsart wird der regenerative Anteil mit festen Faktoren berechnet.
  • Analog zur Wärmerückgewinnung kann auch die Kälterückgewinnung als regenerative Energie gewertet werden. Wird bei einem ausgeglichenen Luftaustausch kühlere Luft aus dem (z. B. im Umluftverfahren gekühlten) Raum über Wärmetauscher nach außen geführt, kühlt diese Abluft im Wärmerückgewinner die Außenluft ab. Der regenerative Anteil berechnet sich analog zur Verdunstungskühlung.


Insbesondere bei Bauvorhaben mit hoher Kühllast wird es zukünftig schwerer, das EEWärmeG zu erfüllen. Es sind umfassende Planungen in Bezug auf Gebäude und Ausstattung notwendig. Der Status-Report 20 kann schon heute Anwendung finden und ist nicht gekoppelt an das neue EEWärmeG.

 

Unser Service entlastet Sie!

Unsere haustechnischen Systeme sind auf dem neuesten Stand, unsere Fachleute bestens mit dieser Materie vertraut: Lassen Sie sich von ihnen unterstützen bei der Projektierung einer energetisch sinnvollen Gesamtanlage nach neuesten Vorgaben. Individuelle Beratung, passgenaue Produkte und eine gewissenhafte Kunden-/Projektbetreuung: Nutzen Sie unsere jahrzehntelange Expertise und schaffen sich Freiräume!

 

Frank Heidrich
Abteilungsleiter Produktmanagement Kälte/Klima

 

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