Nachhaltigkeit bei Kampmann: Einblicke und Zukunftsvisionen
Interview mit Niels Hackmann

Niels Hackmann ist Manager für Sustainability & Corporate Communication bei der Kampmann Group. Wir haben mit ihm über die neuesten Entwicklungen zum Thema Nachhaltigkeit gesprochen. Auch Sie als Leser sind dabei gefragt.


Seit 2021 arbeitet ein Nachhaltigkeitsteam am Firmenhauptsitz in Lingen (Ems) an ökologischen, sozialen und unternehmenspolitischen Nachhaltigkeitsthemen. Können Sie uns einen Überblick darüber geben?

Das ist gar nicht so leicht, da Nachhaltigkeit sehr vielfältig ist. Ich könnte aufzählen, dass wir unseren CO2-Fußabdruck zuletzt um 11 % gesenkt haben, unser Werk mit klimaneutralem Strom und Gas betreiben und ein betriebliches Gesundheitsmanagement eingeführt haben. Aber es gibt eben auch so viele Themen, die man vielleicht nicht direkt mit „Nachhaltigkeit“ verbindet. Diesen Überblick mussten wir uns damals auch erst erarbeiten. Und so erstreckt sich unsere Nachhaltigkeitsstrategie von klassischen „grünen“ Themen über die Zufriedenheit und Qualifikation unserer Mitarbeitenden bis zur Sicherung einer fairen Lieferkette.


Welchen weiteren Nachhaltigkeitsthemen sollten wir uns widmen?

Ihre Meinung ist gefragt!

Nehmen Sie an unserer Umfrage teil, um uns bei unseren Nachhaltigkeitsbemühungen zu unterstützen! Ihre Meinung hilft uns, wichtige Themen für die Zukunft zu identifizieren – für uns als Unternehmen, die Umwelt und für Sie als Kunden und Partner.


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Was sind Ihre weiteren Pläne für Kampmanns Nachhaltigkeitsstrategie?

Aktuell weiten wir unsere Nachhaltigkeitsbestrebungen auf die gesamte Kampmann Group aus. Zu Beginn dieses Jahres haben wir je ein eigenes Nachhaltigkeitsteam an unserem polnischen Kampmann Werk gegründet sowie eines bei unserer Tochterfirma NOVA in Donaueschingen. Jetzt geht es zum einen darum, die Erfahrungen aus Lingen mit den Kolleginnen und Kollegen zu teilen. Und zeitgleich arbeiten sich alle drei Teams in die Regularien der zukünftigen EU-Berichtspflicht für Nachhaltigkeitsthemen ein.


Das klingt bürokratisch.

Ist es auch. Aber ich wehre mich dagegen, diese Bürokratie zu verteufeln. Das ist wenig motivierend. Sicher ist der bürokratische Aufwand durch die Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD) an einigen Stellen über das Ziel hinausgeschossen. Aber ich erkenne sehr wohl die guten Ideen und Ziele, die dahinterstehen.


Können Sie dieses Ziel zusammenfassen?

Ich glaube nicht, dass das schon jemand geschafft hat (lacht). Kurz bevor wir 2021 mit dem Nachhaltigkeitsmanagement begonnen haben, befasste sich die Zeitschrift brand eins mit dem Titelthema „Kapitalismus – Kann der was?“. In einem Text von Stephan A. Jansen ging es darum, mit welchen Updates der Kapitalismus zukunftsfähig gemacht werden kann. Ich ziehe eine große Motivation aus diesem Text, weil sich viele Ideen der Nachhaltigkeit mit dem Ziel decken, den Kapitalismus fairer und enkelverträglicher zu machen.


Ist das nicht zu hoch gegriffen?

Das darf jeder selbst entscheiden. Sehen Sie, ich habe den Begriff „Kapitalismus“ verwendet und das macht etwas mit der Leserin oder dem Leser. Was genau, weiß ich nicht, weil das individuell ist. Genauso erlebe ich, dass für viele Menschen der Begriff „Nachhaltigkeit“ abgegriffen ist. Er ist ja leider nicht selbsterklärend. Sobald ich aber mit Menschen über die Ideen hinter der Nachhaltigkeit spreche, ist es doch Konsens, dass wir diesen Planeten schnellstens besser behandeln müssen, dass auch die Würde von Menschen in teilweise langen Lieferketten unantastbar ist oder dass wir in fairen Wettbewerbsbedingungen das beste Produkt anbieten wollen.
Letzteres sind zwei Themen aus dem Bereich Compliance.


Die Kampmann Produktökologie hat das Ziel, die Energieeffizienz mit nachhaltigen Materialien zu verbessern. Ein wichtiger Baustein dabei ist der Gerätekörper aus EPP, welches im Vergleich zu Stahlblech eine bessere Luftführung, weniger Luft-Leckagen und geringere Emissionen in der Herstellung vereint.


Nehmen wir an, ein Unternehmen möchte heute mit dem Management seiner Nachhaltigkeit beginnen. Wo sollte man starten?

Im ersten Schritt sollte sich das Unternehmen intensiv damit beschäftigen, wo es die größten Auswirkungen verursacht. Sagen wir, ob es große Mengen Treibhausgase ausstößt, Produkte oder Rohstoffe von fragwürdigen Lieferanten bezieht und damit schlechte Arbeitsbedingungen fördert. Als nächstes sollte man sich fragen, welche Nachhaltigkeitsthemen Chancen oder Risiken für das eigene Geschäftsmodell bereithalten. Sind etwa Firmenstandorte von Klimarisiken wie Überschwemmungen bedroht, was heute gar nicht mehr so unwahrscheinlich ist, wie man denken mag. Oder aber, ob ein verändertes Kundenverhalten im Sinne der Nachhaltigkeit Chancen in neuen Marktfeldern erschließen kann. In unserem Fall sind das Ökobilanzdaten (EPDs) über unsere Produkte, die für unsere Kunden immer wichtiger werden und für uns ein Alleinstellungsmerkmal sein können. Aus diesen Überlegungen entsteht je nach verfügbaren Ressourcen ein Set von Themen, bei dem sich geeignete Maßnahmen im Unternehmen finden lassen.


Wie groß ist das Themen-Set bei Kampmann?

Ich rechne damit, dass wir uns auf 15 bis 20 Nachhaltigkeitsaspekte fokussieren können. Aber final wissen wir das erst, wenn wir ebendiese Analyse neu abgeschlossen haben. Wir wissen, welche Themen wir intern als wesentlich betrachten, aber wir wollen mit Einzelgesprächen und einer groß angelegten Umfrage auch unsere Geschäftspartner danach befragen. Zu dieser Umfrage möchte ich unsere Leser gerne einladen. Die Außenperspektive hilft uns sehr dabei, unsere Nachhaltigkeitsstrategie weiterzuentwickeln. Für die Teilnahme gibt es auch ein kleines Dankeschön in Zusammenarbeit mit unserer Seminarmarke, dem Kampmann Kampus.


Seidenpapier und Kartonagen ermöglichen es bereits bei vielen Produkten auf Kunststoffverpackungen zu verzichten. In Zukunft versuchen wir weitere Plastikteile und -folien zu ersetzen.


Haben Sie ein Lieblingsprojekt?

Nein, ganz sicher nicht. Ich freue mich zum Beispiel, dass wir bei immer mehr Produkten ohne Kunststoffverpackung auskommen, aber ich kann mich für alle Facetten der Nachhaltigkeit begeistern und ebenso für die tolle Arbeit und die Kreativität der Kolleginnen und Kollegen aus den Fachabteilungen. Natürlich entsteht ja längst nicht jedes nachhaltige Projekt aus dem Nachhaltigkeitsteam heraus. Dass Kampmann langlebige, energieeffiziente Qualitätsklimatechnik anbietet, macht ja schon immer unser Kerngeschäft aus. Produktmanagement, Entwicklungskonstruktion und Forschung und Entwicklung sind hier sehr stark.

Zukünftig wollen und müssen wir uns mehr Gedanken über die Reduzierung von Treibhausgasemissionen machen. Deutschland soll bis 2045 klimaneutral sein und die EU bis 2050. Es gilt also auch für uns einen Pfad zu Nettonull Emissionen zu entwickeln. Ich strebe dazu noch in diesem Jahr ein Forschungsprojekt an. In der Regel werden es gute Projekte, wenn alle ihr Fachwissen für die Ziele der Nachhaltigkeit einbringen: Eine ökologischere oder fairere Geschäftstätigkeit, den wirtschaftlichen Erfolg unseres Unternehmens und…


...das Update des Kapitalismus?

Das haben Sie jetzt gesagt.







Auswahl umgesetzter Themen


EPDs

Environmental Product Declarations (EPDs) sind standardisierte und verifizierte Dokumente, die die Umweltauswirkungen eines Produktes über seinen gesamten Lebenszyklus hinweg darstellen. Sie sind entscheidend für die Auswahl von Produkten mit Blick auf die Nachhaltigkeit, da sie zunehmend in Zertifizierungsprozessen für nachhaltige Gebäude gefordert werden. Für welche Produkte wir aktuell EPDs anbieten, erfahren Sie hier.


Leichtklebendes Schutzpapier

Kampmann Unterflurkonvektoren werden in einer frühen Phase des Innenausbaus im Gebäude montiert. Um die Kanäle vor Schmutz und Beschädigung der Design Roste zu schützen, waren sie bisher mit einer Kunststoffabdeckung versehen. Zugunsten einer nachhaltigen Lösung besteht diese Abdeckung bei der Produktgruppe Katherm HK heute aus Papier.



ISH: Nachhaltiger Messestand

2023 hob sich der 800 qm große Kampmann-Messestand durch seine nachhaltige Bauweise in Paletten-Optik sehr positiv von den Nachbarständen hervor. Einzelne Produktinseln luden zum Entdecken und zu kurzweiligen Messegesprächen ein. Die Paletten wurden anschließend im Unternehmen weiter genutzt.



Umstellung des Fuhrparks auf E-Autos

Mit der Umstellung des unternehmenseigenen Fuhrparks von Diesel- auf E-Autos reduzieren wir die CO2-Emissionen und leisten damit einen weiteren Beitrag zum Klimaschutz. Der Einsatz der E-Autos senkt zudem unsere Betriebskosten durch geringere Wartungs- und Energiekosten.



Bau einer neuen Halle

Beim Bau unserer neuen Halle wird das Dach zum Stromerzeuger. Dort wird eine Photovoltaikanlage installiert, die in Zukunft eine Leistung von etwa 205 Kilowatt Peak (kWp) haben wird. Insgesamt erhöht das unsere produzierte elektrische Leistung auf 730 kWp.



Holzroste für Unterflurkonvektoren

Kampmann Unterflurkonvektoren sind auch mit Holz-Rosten verfügbar. Dieser nachwachsende Rohstoff ist nicht nur ein optischer Hingucker, sondern ist auch langlebig, stabil und funktional.



Kampmann-Moorschützerinnen und Moorschützer

Mitarbeitende sowie deren Familienangehörige und Freunde pflanzten in bisher zwei Moorschutzaktionen 2.000 Pflanzen und platzierten Baumwurzeln im Stauwasser, um natürliche Wellenbrecher zu schaffen und die Wasserflächen zu beruhigen, damit sich Wasserpflanzen besser ansiedeln können. Wenn Sie mehr zur Moorschutzaktion erfahren möchten, klicken Sie hier.