Über die Chancen und die Verantwortung unserer Branche
Zukunftsmut in der Zeitenwende
Kampmann CEO Hendrik Kampmann erläutert in seinem Jahresausblick, warum politische, technologische und marktseitige Impulse unserer Branche Rückenwind geben – und welche Entwicklungen den Gebäudesektor prägen könnten.
Zukunftsmut in der Zeitenwende
Über die Chancen und die Verantwortung unsere Branche
Liebe TGA-Partner,
im kommenden Jahr soll der Wohnungsbau wieder anziehen. „Mal wieder“ könnte man sagen, aber lassen Sie uns in meinem Fazit zum Jahresende gewohnt optimistisch sein. Es spricht einiges dafür.
2025 werden laut dem Institut der deutschen Wirtschaft fast 17.000 weniger Wohnungen fertig als im Vorjahr, 2026 sogar noch mal 20.000 weniger. Dennoch hellt sich die Stimmung auf. Die Bundesvereinigung Bauwirtschaft gibt an, dass 87 % der Bauunternehmen ihre Kapazitäten halten oder ausbauen wollen. Aus gutem Grund, denn laut dem Handelsblatt wurden in den ersten drei Quartalen 11,7 % mehr neue Wohneinheiten genehmigt als im Vorjahr.
Hier zeigen politische Maßnahmen ihre Wirkung. Vor allem wohl der Beschleunigungspakt zur Vereinfachung der Bauverordnungen. Außerdem sollen viele genehmigte, aber unvollendete Wohnungen durch die Neuaufnahme der Energiehaus-55-Förderung aktiviert werden. Dabei ist die neue Pflicht zur Gebäudebeheizung mit 100 % erneuerbaren Energien gut für den Klimaschutz.
Unsere eigene energetische Sanierung
Übrigens betreiben auch wir unsere Hauptverwaltung in Lingen (Ems) ohne fossile Brennstoffe. Mitte des Jahres haben wir eine umfassende Sanierung abgeschlossen, bei der wir unsere Leistungen als Systemanbieter im eigenen Haus beweisen: Von den Fan Coils über Lüftungsgeräte und Luftdurchlässe bis zu Wärmepumpen sowie der übergreifenden Regelung.
Die neuen Lüftungsgeräte gewinnen 80 bis 90 Prozent der Wärmeenergie zurück. Bei 5 °C Außentemperatur entspricht das rund 50 kW Heizleistung, bei -10 °C sind es sogar über 100 kW. Mit einer kaskadierten Wärmepumpe betreiben wir ein effizientes Niedertemperatursystem in einem 25 Jahre alten Gebäude. Im gemischten Kühl- und Heizbetrieb liegt die Jahresarbeitszahl über 5. Ab etwa 2,5 spricht man von einem wirtschaftlichen und ökologischen Vorteil gegenüber einer Gasheizung.
Bevor ich mich in weiteren Fakten verliere, kommen Sie doch gerne selbst vorbei. Sprechen Sie Ihren Gebietsverkaufsleiter auf einen Werksbesuch an. Ich würde mich freuen.
Intelligente und umweltschonende Systeme
Die Transformation des Bausektors schreitet insgesamt voran. Wir merken das an mehreren Effekten, wie einem weiter steigenden Informationsbedarf. Unsere Environmental Product Declarations (EPD), also die Produktökobilanzen, werden immer häufiger abgerufen. Auf unserer Website legen die meisten Kunden unsere Produkte längst für den Niedertemperaturbetrieb aus.
Passend dazu steigt die Nachfrage nach unseren KaClima Wärmepumpen. Mit der Umstellung auf das natürliche Kältemittel R290 (Propan) haben wir sehr früh begonnen. 2026 werden wir vermutlich jede zweite Wärmepumpe mit R290 ausliefern. Wir bauen außerdem unsere Marktposition als umfassender Systemanbieter aus. Unsere Partner vertrauen zunehmend auf unsere Leistungen von der Projektunterstützung über Simulationen der vielfältigen Produkte bis zur Inbetriebnahme durch unseren Kampmann Service.
Ein Treiber dabei sind unsere Systemregler. Aktuell führen wir das KaControl MC-System ein. Es ermöglicht neue Funktionen wie Fernüberwachung und Vernetzung. Ich bin von dem enormen Potenzial überzeugt, das in integralen Systemen liegt, die sinnvoll überwacht und gesteuert werden. Lassen Sie uns auch weiterhin gemeinsam viel Energie im Gebäudesektor einsparen.
Kühlen mit Wasser
Zur Wahrheit gehört, dass nicht nur der Komfortanspruch, sondern zunehmend der Klimawandel die Gebäudekühlung vorantreibt. Ich höre von Anlagenbauern, dass wasserführende Systeme deutlich beliebter sind als Direktverdampfungssysteme. Dafür sorgt die Luft-Wasser-Wärmepumpe, bei der wenig Kältemittel eingesetzt wird. Auch dies kann für die Umwelt nur gut sein.
Ein Hinweis in eigener Sache. Nach wie vor sind Deckenkassetten gängige Produkte für einfache Wärmepumpensysteme. In kostenorientierten Projekten spricht nichts dagegen. Auch wir haben diese Produkte im Portfolio. Ich habe dennoch eine Bitte: Wenn in einem Projekt die Wertigkeit des Systems im Fokus steht, schauen Sie sich unsere Neuheit KaDius an. Das Gerät wird Sie begeistern.
Zeitenwende
Wenn ich nun überleite, von den ökologischen und bauwirtschaftlichen Themen zur Verteidigung, ist sicher der eingangs erwähnte „Optimismus“ nicht der richtige Begriff. Wohl aber „Verantwortung“. Denn als solche nehme ich die Teilnahme unserer Branche an zahlreichen Projekten der militärischen Infrastruktur wahr. Sicher haben auch Sie eine wachsende Aktivität in diesem Bereich festgestellt.
Landes- und Bündnisverteidigung sind plötzlich präsente Themen. Das mag vielen nicht leichtfallen. Ich habe dafür Verständnis und glaube, ein Grund dafür sind fehlende Berührungspunkte mit unserer Bundeswehr. Über Jahrzehnte war es leicht, sich als Pazifist zu verstehen. Nach der Zeitenwende hilft vielleicht die Perspektive von Anetta Kahane, der Gründerin der Amadeu-Antonio-Stiftung für Demokratie und gegen rechte Gesinnung: „Aggressoren lassen sich nicht durch Worte aufhalten. Demokratie und Wohlstand gibt es bei uns nur, weil die Nazis mit Waffen besiegt wurden“, schreibt sie in Ihrer Kolumne der Frankfurter Rundschau.
Nordamerika-Strategie 2030
Indes bedeutet Verteidigungsfähigkeit nicht Abschottung. Ich halte nach wie vor den internationalen Handel für eine wichtige Disziplin im globalen Zusammenleben. Nun erlauben Sie mir, auf die wirtschaftlichen Belange unseres Unternehmens zurückzukommen. Denn gerade auf dem internationalen Markt erkennen wir Wachstumspotenziale. Abseits allgemein unruhiger Beziehungen zu den USA, befassen wir uns möglichst unaufgeregt mit einer Nordamerika-Strategie 2030. Ich glaube, dass klimatechnische Systeme „engineered in Germany“ auch langfristig interessant für die dortigen wachsenden Bausektoren sind. Und auch für die europäische Bauindustrie wird ein Wachstum prognostiziert. Laut Building Blocks Construction Indicator, von dem Consulter Bain & Company, sei bereits in ersten Märkten ein Umschwung zu erkennen. Nämlich in den Niederlanden, den skandinavischen Ländern und Großbritannien. Auch in Deutschland und Frankreich werde die Bauindustrie anziehen, aber langsamer.
Was bleibt nach diesen Gedanken zum Jahresabschluss? Ist es mir gelungen, einen zumindest verhaltenen Optimismus zu verbreiten? In jedem Fall möchte ich dafür werben, dass wir unsere Branche verantwortungsbewusst gestalten und weiterentwickeln. Natürlich geht das nur gemeinsam.
Ich wünsche Ihnen ein wohlgesonnenes Jahr 2026.
Ihr Hendrik Kampmann
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