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Energetisches Gesamtkonzept vom Systemanbieter

Vrielmann in Nordhorn setzt auf optimal aufeinander abgestimmte und vernetzte Systeme

Für den Neubau der Unternehmenszentrale der Vrielmann GmbH in Nordhorn gab es drei wesentliche Ziele:

  • maximale Energieeffizienz nach KfW 55 Standard
  • Einsatz moderner Systeme
  • vernetzte Systeme für eine bedarfsgerechte Versorgung der Räumlichkeiten

All das wurde erreicht. Aber wie kam es dazu und welche Lösungen wurden umgesetzt? Lassen Sie uns von vorne beginnen.

Aber halt: Wir möchten Sie nicht mit der Fülle an Informationen und Lösungen überfordern. Wir teilen den Bericht in drei Teile und beginnen mit Hintergrundinfos und der Klärung warum sich eine Gipskarton-Heiz-Kühldecke und Luftdurchlässe hervorragend ergänzen.

Los geht es mit dem 1. Teil.

Die Vrielmann GmbH mit Sitz in Nordhorn ist ein Spezialist für Elektrotechnik und Energiemanagement. Das Hauptaufgabenfeld seit 1976 ist die branchenübergreifende Planung, Fertigung und Installation sowie Wartung und Instandhaltung elektrischer Anlagen. Aufgrund des Unternehmenswachstums beschloss die Geschäftsführung einen Neubau des Unternehmenssitzes.

Eines stand von Beginn an fest. Es war klar, dass Vrielmann die Gebäudeleittechnik selbst plant, programmiert und in Betrieb nimmt. Da schon früh die vielen Vorteile für ein aufeinander abgestimmtes und vernetztes Gesamtkonzept eines Systemanbieters erkannt wurden, war Kampmann in der Ausschreibung für die Bereiche Heizen, Kühlen, Lüften von Beginn an das Leitfabrikat.

Was sind die Vorteile bei einer Lösung vom Systemanbieter?

Bei der Vrielmann GmbH stammen die eingesetzten Gipskarton-Heiz-Kühldecken, Lufterhitzer und Ventilatorkonvektoren sowie die Lüftungsanlagen und verschiedene Luftdurchlässe von Kampmann. Kampmann deckt damit alle drei Bereiche Heizen, Kühlen und Lüften optimal ab und sorgte bei der Planung und Auslegung dafür, dass alles bestens aufeinander abgestimmt ist. Bei einem Einsatz von Produkten unterschiedlicher Hersteller, z. B. bei der Kühlung eines Büros, kann es schnell Abstriche in puncto Behaglichkeit geben. Hier muss beispielsweise die gekühlte Luft, die das Lüftungsgerät dem Raum zuführt, mit der Kühlleistung der Heiz-Kühldecke korrespondieren, damit es für die Anwesenden nicht zu kalt wird. Bei unterschiedlichen Produktanbietern liegt es demnach in der Verantwortung der Fachplaner und der Bauleitung für eine effiziente und einwandfreie Abstimmung der Anlagen zu sorgen. Kampmann als Systemanbieter unterstützt hingegen bei der Planung und Abstimmung. Für den Kunden bedeutet das kurz gesagt: die Zusammenarbeit mit Kampmann ist einfach und man kann sich darauf verlassen, dass alles funktioniert.

Als Spezialist hat Vrielmann beim Neubau die Vernetzung bzw. Einbindung in die übergeordnete Gebäudeleittechnik (GLT) selbst umgesetzt. Aber auch Kampmann bietet auf Wunsch eine herstellereigene Steuerung mit Einbindung in die GLT an. Alles aus einer Hand! Und das hört natürlich nicht mit dem Abschluss des Projekts auf. Auch in Service- und Wartungsangelegenheiten kontaktiert der Kunde einen einzigen Ansprechpartner.

Was wurde wo eingesetzt und angeschlossen?

Für den kompletten Neubau stand eine zeitgemäße Ausstattung auf dem aktuellen Stand der Technik im Fokus. Das galt für die Inneneinrichtung sowie für die gebäudetechnischen Anlagen. Bei den Systemen zur Wärme- und Kälteversorgung bzw. -verteilung sowie zur Belüftung lag das Augenmerk auf maximaler Energieeffizienz.

Hier eine Übersicht:

  • Büromöbel – Auswahl nach ergonomischen Gesichtspunkten (Schreibtische sowie die Arbeitstische in den Produktionshallen sind höhenverstellbar)
  • Lagerausstattung – komplette Erneuerung (alle Materialien sind nun in Hochregalen gelagert)
  • Büro- und Besprechungsräume, Kantine und Flure
  • 1.200 m² Kontaktkühl- und Heizflächensystem sorgen in Kombination mit einer Lüftungsanlage für ein gesundes und komfortables Raumklima. Als Akustikausführung steigert das System die Behaglichkeit nochmals erheblich.
  • 7 Venkon Fan Coils mit Schnellkühl- und -aufheizfunktion
  • 13 Drallluftdurchlässe des Modells DAL359 und 55 Schlitzluftdurchlässe des Typ SAL35 für eine behagliche Lufteinbringung
  • Produktion – Industriefußbodenheizung und 8 TOP Lufterhitzer inkl. KaMax für eine angenehme Arbeitsatmosphäre
  • Frischluftzufuhr ins Gebäude – 8.000 m³/h sowie 3.300 m³/h durch raumlufttechnische Anlagen mit Gegenstromwärmetauscher
  • Weitere Produkte der Gebäudetechnik – Wärmpumpen und eine Photovoltaikanlage

Die ergänzende Gebäudeleittechnik von Vrielmann sorgt jederzeit für einen effizienten und bedarfsgerechten Betrieb. Damit wurde das Ziel „maximale Energieeffizienz“ erreicht und die Vorgaben für den KfW 55 Standard erfüllt.

Hohe Flexibilität und Behaglichkeit dank der eingesetzten Kampmann-Geräte

Die in den Büro- und Besprechungsräumen, der Kantine und den Fluren verbaute Gipskarton-Heiz-Kühldecke zeichnet sich durch eine hohe Flexibilität aus. Die Varianten der Heiz-Kühldecke sind zahlreich: eben oder gewölbt, gestrichen oder repräsentativ beschichtet, ungelocht oder gelocht, schallabsorbierend oder schallreflektierend usw. Außerdem ist die Integration von Einbauleuchten, Luftdurchlässen, Lautsprechern o. ä. problemlos möglich. Die geringe Bauhöhe erlaubt dabei eine Integration in die Deckensituation auch unter ungünstigen Bedingungen. Durch die hohe Flexibilität des Systems können selbst bei der Montage vor Ort kurzfristige Änderungen vorgenommen werden. 

Die Decke muss ja ohnehin gemacht werden. Was flapsig klingt, ist durchaus richtig. Im Hinblick auf die Deckenarbeiten, die in der Bauphase ohnehin realisiert werden, fallen die Aufwendungen einer Deckenaktivierung kaum ins Gewicht. Die Basis des Heiz-Kühldeckensystems bildet eine Unterkonstruktion aus Decken-C-Profilen nach DIN 18168-1. In diese Deckenunterkonstruktion werden die Kühl- und Heizleitungsrohre mit den Aluminium-Wärmeleitprofilen so integriert, dass die Module nach der Beplankung mit den Gipskartonplatten unter Vorspannung stehen. Dadurch ergibt sich eine geschlossene, oberflächenbündige Einheit, die für einen optimalen wärmeleitenden Kontakt zwischen der Gipskartondecke und dem Kühl-Heizdeckensystem sorgt. So erreicht die Gipskarton-Variante hohe Leistungen wie die Metall-Variante und das bei einem geringen Systempreis.

Das Kühlrohr des Flächensystems ist für den Dauerbetrieb bis zu einer Temperatur von 70 °C zugelassen und somit auch für den Heizfall anwendbar. Die Vorlauftemperatur beträgt i.d.R. 35°C.

Weitere Qualitätsmerkmale des Produktes sind das geringe Gewicht und die Korrosionsbeständigkeit der akustisch hochwirksamen Oberfläche. Es entstehen dadurch keine Geräuschemissionen und nur minimale, nicht wahrnehmbare Luftbewegungen (das Prinzip wird auch als „Stille Klimatisierung“ bezeichnet). Dieser Komfort und die Effizienz waren ganz wesentliche Entscheidungskriterien bei der Lösung. Das Besondere: Kampmann hat einen eigenen Unternehmensbereich für die Beratung, Planung, Auslegung und Montage von Kühldeckensystemen inklusive Trockenbau.

Die Kampmann Drallluftdurchlässe des Modells DAL359, wie sie auch bei Vrielmann verbaut wurden, zeichnen sich durch einen großen freien Querschnitt und komfortorientierte Lufteinbringung aus. Auch bei niedrigen Raumhöhen erfüllt der Luftdurchlass alle Anforderungen an die Behaglichkeit.

Auch die Luftdurchlässe stammen von Kampmann. In der Gipskartondecke wurden 13 Drallluftdurchlässe des Modells DAL359 sowie 55 Schlitzluftdurchlässe des Typs SAL35 installiert. Sie sorgen nun in den Büro- und Besprechungsräumen, der Kantine sowie in den Sanitär- und Umkleideräumen für eine behagliche Lufteinbringung.

Kühldecken haben eine geschlossene Oberfläche. Die Wärmeübertragung erfolgt überwiegend (ca. 60 %) durch Strahlungsaustausch. Die Kampmann Schlitzluftdurchlässe Typ SAL35 integrieren sich dezent in das Raumdesign. Die Luftführung ist auf eine behagliche Lufteinbringung ausgelegt.

Beim Schlitzluftdurchlass SAL35 erfolgt die Veränderung der Austrittsgeschwindigkeit und der Luftvolumenströme über die Einstellung der patentierten Exzenterwalzen. Zusätzlich können auch der kritische Strahlweg sowie das Induktionsverhalten und die Eindringtiefe nach dem Einbau verändert und angepasst werden. Außerdem erlaubt der Schlitzluftdurchlass die wahlweise Nutzung des Coanda-Effekts und sorgt damit für eine zugluftfreie Zuluftversorgung.

Das Zusammenspiel des SAL35 mit der Kühldecke lässt sich anhand nebenstehender Abbildung verdeutlichen.

Der DAL359 verfügt über eine große Anzahl von Luftlenkelementen. So wird die Luft mit starkem Drallimpuls eingebracht, wobei er so entwickelt wurde, dass eine zugluftfreie Luftführung auch in niedrigen Räumen entsteht. Selbst im eingebauten Zustand ist eine Änderung des Volumenstroms, der Austrittstemperatur sowie der Strahlrichtung und -form möglich. Der große Vorteil des Drallluftdurchlasses ist der niedrige Schallleistungspegel auch bei großen Volumenströmen.

Im nächsten Teil unseres Objektberichtes rücken die installierten RLT-Anlagen in den Mittelpunkt. Außerdem sind in vielen Bereichen Venkon Fan Coils in die Kühldecken integriert. Warum das eine sinnvolle Systemkombination ist, lesen Sie ebenfalls im zweiten Teil des Berichts.