Gute Aussichten – in Österreichs Hauptstadt entsteht das neue Quartier Belvedere.

Hätten Sie’s gewusst? Österreich ist das schwerste Land Europas. Wie man das misst? Vereinfacht gesagt „wiegt“ man die Erdkruste. Und demnach wiegt Österreich 9.400.000 Milliarden Tonnen. Viele andere Länder wiegen zwar insgesamt mehr (zum Beispiel Deutschland mit 28.000.000 Milliarden Tonnen), aber dank der Alpen hat ein Quadratkilometer Landmasse in Österreich durchschnittlich ein Gewicht von 112 Milliarden Tonnen – und das ist europäischer Spitzenwert. Und hätten Sie gewusst, dass Österreichs Hauptstadt keinen Hauptbahnhof hat? Naja – bis vor kurzem jedenfalls.

Tatsächlich verfügt Wien über mehrere Bahnhöfe, aber eben (bis 2012) über keinen echten Hauptbahnhof. Noch heute gibt es zusätzlich zum Hauptbahnhof zwei weitere große Bahnhöfe: Den Westbahnhof und Bahnhof Wien Mitte, was sich sehr nach Hauptbahnhof anhört, es aber nicht ist. Stattdessen wurde der Südbahnhof zum Hauptbahnhof. Lustigerweise hieß der Südbahnhof früher Ostbahnhof. Sie verstehen nur Bahnhof? Nicht schlimm. Für uns, also für Kampmann, ist wichtig, dass die Umfunktionierung des Südbahnhofes zum Hauptbahnhof viel, viel Platz schuf. Und dieser Platz bekam einen Namen: Das Quartier Belvedere.

Rot/weiße S-Bahn fährt vom Quartier Belvedere

Genauer gesagt, wurde der raumgreifende Südbahnhof abgerissen. Der neue Hauptbahnhof entstand komplett neu in unmittelbarer Nähe. Jetzt ist aber genug mit den Bahnhöfen! Wenden wir uns dem Quartier Belvedere zu, das auf der so entstandenen Brache weiterhin im Entstehen begriffen ist. Um noch einmal abzuschweifen: Das Quartier Belvedere hat seinen Namen vom nahegelegenen, weltberühmten Schloss Belvedere, was stadtplanerisch absolut Sinn macht, bildet der neue Stadtteil doch den Übergang vom neuen Hauptbahnhof zum Schloss und anschließend in das historische Zentrum Wiens – eine außergewöhnliche Achse. Und deshalb ein begehrter Baugrund, den es sinnvoll und klug zu nutzen und zu gestalten galt.

DIE ERSTE VOR ORT – IKONISCHES IM BAU

Hauptquartier der Erste Group unter fast wolkenfreiem Himmel, davor Straßen und S-Bahnschienen

Die Wiener Stadtplaner setzen auf eine Mix aus Unternehmensniederlassungen, Wohnraum, Parkanlagen sowie Kultureinrichtungen und Geschäften. Das erste fertiggestellte Großprojekt – und das ließ sich der Bauherr, Nomen est Omen, wohl nicht nehmen – ist das neue Headquarter der Erste Group, im Alpenstaat besser bekannt als „Erste Bank Österreich“. Die Erste Group ist eine der größten Banken in Zentral- und Osteuropa mit 3.200 Filialen in acht Ländern. Der Hauptsitz in Wien verteilte sich bislang auf 20 Standorte in der ganzen Stadt. Seit März 2016 sind diese Kräfte im „Erste Campus“ getauften neuen Hauptsitz gebündelt. 4.500 Mitarbeiter zogen in den Komplex ein, der nicht nur von außen leicht und transparent wirkt, sondern die Offenheit auch im Innern lebt: Großraumbüros ohne feste Zuordnung von Arbeitsplätzen sind für die vorher so dezentral agierenden Mitarbeiter sicher eine Herausforderung. Doch Ursula Kuntner von der Erste Bank beschwichtigt gegenüber dem ORF: „Wir haben vor zwei Jahren begonnen, die Mitarbeiter auf die neue Bürosituation vorzubereiten.“ Michael Hamann, der Projektleiter, ergänzt: „Es gibt, wenn sie durch das Gebäude gehen, keinen einzigen benachteiligten Arbeitsplatz, sondern alle sind super belichtet. Es gibt keinen Arbeitsplatz, der in einen dunklen Innenhof schaut“. Damit dies so ist, sind die Fassaden voll verglast. Und damit kein Heizkörper den Blick nach draußen verstellt, sind vor den Fenstern Katherm Bodenkanalheizungen von Kampmann installiert.

Baustelle des Business Center Icon Vienna, davor Straßenkreuzung

Ebenso, wie im benachbarten Business-Center Icon Vienna. Oder besser gesagt: wie es im Icon Vienna mal sein wird. Denn hier sind die Bauarbeiten noch im vollen Gang. Im Herbst 2015 wurde begonnen; die Fertigstellung ist für Mitte 2018 geplant. In dieser Zeit werden drei Bürotürme unterschiedlicher Höhe entstehen, die durch ein Sockelgeschoss miteinander verbunden sind, das direkt an den neuen Hauptbahnhof anschließt. Daraus ergibt sich ein dynamisches Spannungsfeld aus öffentlichem Raum und Business-Welt. Und auch wenn die Zahl, die Kampmann interessiert, nicht mit der gigantischen Zahl von Österreichs Gewicht mithalten kann, so ist sie doch bemerkenswert. Anzahl, der zu liefernden und zu installierenden Katherm Bodenkanalheizungen: 2.980.

Bilder: Österreichs Berge © Andreas Schindl – fotolia; S-Bahn vorm Quartier Belvedere © Von Kurt Rasmussen; Baustelle Icon Vienna © Philipp Derganz (Fotograf) – CC BY-SA 4.0