Die Regelungs- und Automationstechnik wird im Zeitalter der Digitalisierung immer wichtiger. Kampmann ist auf der Höhe der Zeit.

Luft bewegt sich. Oder eben nicht. Und der elektrische Strom? 1 = der Strom fließt. 0 = der Strom fließt nicht. Das ist fundamental das, womit sich die Lüftungsbranche befasst: Wir bewegen Luft. Und um das zu erreichen, müssen wir sie mittels elektrisch betriebener Ventilatoren beschleunigen. Strom und Luft – zwei wirklich sehr abstrakte Elemente. Unsichtbar. Geruchlos. Doch während die Luft ein immer gleichbleibendes, vergleichsweise leicht zu kontrollierendes Wesen hat, ist es mit dem Strom schon komplizierter. Oder besser – nicht mit dem Strom an sich. Sondern mit dem, was sich wie mit ihm anstellen lässt. Denn das wird immer komplexer, aufwendiger. Immer auf wendiger. Aber auch besser – zum Vorteil des Nutzers. Konkret: Die fortschreitende Digitalisierung und Vernetzung ermöglicht es dem Nutzer, technische Geräte aller Art zentral, beispielsweise mit seinem Smartphone, zu steuern – theoretisch zumindest. Unzweifelhaft ist das, was wir im privaten Alltag „SmartHome“ oder „Internet der Dinge“ und in der Wirtschaft „Industrie 4.0“ nennen, die Zukunft.

Auch in der TGA-Branche. Denkt man an Kampmann, dann hat man zunächst Geräte vor Augen. Am ehesten eine Bodenkanalheizung. Oder einen Fan Coil. Vielleicht auch eine Deckenstrahlplatte. Nur wenige denken an die Steuerungs- und Regelungstechnik – wie auch. Denn wirklich sichtbar wird sie nicht. Maximal als Raumbediengerät KaController oder als AULTableau. Dabei ist jedes Gerät von Kampmann, so sorgfältig es auf Leistung und Effizienz getrimmt wurde, nicht viel wert ohne eine intelligente Regelung. So wie jedes andere steuerbare Gerät.

Und so ist die MSR-, also die Mess-, Steuerungs- und Regelungstechnik ein Fachgebiet, das einen wichtigen Teil des Erfolges von Kampmann aus macht und das angesichts der Digitalisierung massiv gefordert ist, die Zukunftsfähigkeit des Unternehmens zu erhalten. Eine Herausforderung, die Arend Brink (Leiter des Produktmanagements Regelung und Automation bei Kampmann) mit seinem Team gerne annimmt.

Als Arend Brink vor 24 Jahren bei Kampmann begann, war er eine „One-Man-Show“ – der erste und zunächst einzige Mitarbeiter der Abteilung „Regelung“. Von Digitalisierung und Vernetzung noch keine Spur. Stattdessen gab es das analoge Regelungssystem Venkatronic, ein einfaches und robustes Gerät, das recht lange Bestand hatte, bis die Anforderungen des Marktes neue, digitale Lösungen erforderten. In der Folge entwickelten Arend Brink und sein wachsendes Team 1997 den „KaBus“, ein Feldbussystem auf Basis einer RS485-Kommunikation, die bereits zu 100 Prozent parametrierbar war. Damit konnten beispielsweise Sekundär-, Mischluft- und Abluftanlagen in bis zu acht Zonen im Verbund betrieben werden. Auch erste übergeordnete Funktionen waren möglich. Damit war der KaBus zu seiner Zeit ein extrem fortschrittliches Gerät.

DER GERÄTEHERSTELLER KRIEGT ES AM BESTEN GEREGELT

Doch das einsetzende digitale Zeitalter mit seinen rasant wachsenden Möglichkeiten, insbesondere denen des Datenaustauschs, macht eine viel umfänglichere Art der Integration durchführbar. Offene Systeme sind gefragt, die einen interdisziplinären Austausch zwischen den Gewerken ermöglichen. Zwar sind offene MSR-Standards wie BACnet, Modbus und KNX im TGA-Bereich verbreitet, doch fällt es der Branche teilweise schwer, mit der Entwicklung Schritt zu halten. Allzu oft wird das Thema Regelung und Integration noch stiefmütterlich behandelt. Dabei ist die digitale Transformation unausweichlich die Zukunft. Und es ist für alle Beteiligten vom Planer bis hin zum Raumnutzer besser, wenn die Regelung vom Hersteller des Gerätes stammt.

"Die Möglichkeit, Gewerke der TGA-Branche in offene Systeme der Gebäudeleittechnik einzubinden, ist nicht nur eine verpflichtende Herausforderung, sondern auch eine Chance."

Es liegt auf der Hand: Jedes Haushaltsgerät, von der Kaffee- bis zur Waschmaschine, hat eine vom Hersteller integrierte Regelung. Und so sollte es auch mit Klima-Geräten sein. Denn die Hersteller sind naturgemäß auf hochwertige, passgenaue Regler bedacht, während fremde Komponenten schnell überdimensioniert sind. Zudem erleichtert die exakte Schnittstellen-Definition einer Hersteller Regelung die Integration in ein ganzheitliches Automationskonzept. Kampmann schafft diese Voraussetzungen mit KaControl und bietet damit die vollumfängliche Integration in offene GLT-Systeme. Und über eine klar definierte Schnitt stelle ist auch eine klare Trennung der Verantwortlichkeit zwischen dem Hersteller des Gerätes und dem Gebäudeautomatisierer sichergestellt. Wie sich das in der Praxis darstellt, ist am besten am Beispiel Hotel erklärt.

WILLKOMMEN IM KNX-HOTEL!

Ein Hotel hat viele Zimmer. Und nicht selten sind alle Zimmer belegt. Was aber nicht heißt, dass der Gast rund um die Uhr anwesend ist. Gewiss nicht – denn für gewöhnlich ist er tagsüber unterwegs, weilt im Wellness-Bereich oder sitzt im Restaurant. Nur nachts ist er mit großer Wahrscheinlichkeit im Zimmer. So macht es keinen Sinn, alle Zimmer ständig bei beispielsweise 21 Grad Celsius zu halten, zumal viele Gäste gerade nachts ein kühleres Klima schätzen. Das Zimmer nicht zu klimatisieren, ist aber natürlich auch keine Lösung. Eine Aufgabe für die Gebäudeautomation.

Die aktuellen technischen Möglichkeiten nutzend, könnte die Lösung folgendermaßen aussehen: Das gesamte Gebäude wird zentral von der Rezeption aus gesteuert. Alle „ansprechbaren“ Gewerke des Hotels sind in der Gebäudeautomation beispielsweise über den KNX-Standard vereint – Multimedia, Licht, Fenster, WLAN, Schließanlage und so weiter, darunter natürlich auch die Klimatisierung. Wenn ein Zimmer nicht belegt ist, wird es in einem energiesparenden Pre-Comfort-Status gehalten. Trifft der Gast ein, kann entweder an der Rezeption das Zimmer direkt „aktiviert“ werden oder der Gast signalisiert beim Öffnen des Zimmers mit seiner Schlüsselkarte seine Anwesenheit – das Zimmer geht in den Comfort-Status. Das heißt, die Klimaanlage muss nur noch einen kleinen Teil Temperatur nachregeln, bis Behaglichkeit entsteht. Und durch die EC-Technologie, die zum Beispiel in Kampmanns Fan Coils Venkon installiert ist, kann die Drehzahl beschränkt sein und das Gerät maximal im mittleren Bereich laufen. So entsteht schon beim Eintreffen des Gastes eine angenehme Temperatur, die schnell bei der Wunschtemperatur ist – und das bei minimaler Geräuschemission. Natürlich kann der Gast mittels eines Raumbediengerätes wie dem KaController sein Wohlfühlklima noch individuell nachregeln.

INTEGRATION GANZHEITLICHER REGELUNG FRÜHZEITIG EINPLANEN

Sollte der Gast stattdessen die Fenster öffnen, weil ihm zu warm ist, signalisiert die Regelung in diesem Moment der Heizung, dass sie ihren Temperaturwert absenken soll. Besonders nachts hat es so mancher Gast dann gerne kühler. Eine intelligente Regelung kann dafür sorgen, dass in diesem Falle die kalte nächtliche Außenluft zugeführt wird. Zig andere kausale Zusammenhänge zwischen verschiedenen Gewerken können so zugunsten größerer Energieeffizienz und höherem Komfort geregelt werden. Machbar ist das bereits alles. Man muss nur früh genug an die Integration der dafür zuständigen Intelligenz denken, sprich: Es muss bereits in der Planungsphase eine Durchgängigkeit für KNX für sämtliche TGA-Gewerke vorgegeben sein. Und alle Geräte müssen miteinander harmonisch funktionieren, sprich: KNX sprechen. Es stimmt: Der Aufwand ist im ersten Schritt groß. Aber die Marktentwicklung weist eindeutig und unwiderruflich in diese Richtung.

Mitarbeiter aus der Kampmann Abteilung "Regelung und Automation"

Diese Herren kriegen es geregelt: Das Team erledigt vielfältige Aufgaben. Sie sind in Produktentwicklungs-Teams vertreten und kümmern sich um die Einhaltung von Gesetzen und Normen rund um die MSR. Sie unterstüzen den Vertrieb und stehen als Problemlöser und Sonderlösungsfinder parat. Zudem schulen sie im Rahmen des Kampus sowohl Mitarbeiter als auch Außenstehende. Und natürlich entwickeln und programmieren sie Regelungstechnik für alle Geräte der gesamten Kampmann-Gruppe. (Auf dem Bild fehlen Klaus Möller und Heinz Timmreck.)

Komplexe Klima-Systeme, wie etwa das HYBRID ECO System von Kampmann, bei dem zentrale und dezentrale Geräte zusammenwirken, sind sensible Konstrukte. Für das optimale Zusammen spiel dieser Komponenten bietet Kampmann als Problemlöser dem Kunden eine Systemlösung als All-In-Lösung an. Das AUL-Tableau, in Verbindung mit einer Vorort-Unterstützung durch die Kampmann-Systemtechniker, rundet das Paket ab. Ein weiterer relevanter Aspekt der Vernetzung betrifft die Wartung und Optimierung.

Um so ein System dauerhaft möglichst nahe am Optimum zu betreiben, ist die Auswertung und Nachjustierung der ausgespielten Daten unabdingbar. Bei Störungen oder besonders auffälligen System-Daten kann die Regelung direkt den entsprechenden Administrator, sei es den Facility Manager, sei es den Kundendienst, „benachrichtigen“, sodass schnell eingegriffen werden kann. Auch hier organisieren die definierten Kampmann-Schnittstellen den Datenaustausch zum Monitoringsystem.

So ist die Möglichkeit, Gewerke der TGA-Branche in offene Systeme der Gebäudeleittechnik einzubinden, nicht nur eine verpflichtende Herausforderung, sondern auch eine Chance. Kampmann ist mit seiner Regelungs-Technik nicht nur up to date, sondern auch gerüstet für eine digitale Zukunft, die Klima-Systeme smartphonefähig macht.

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