Die Kooperation der beiden Klimaspezialisten Kampmann und NOVA beschert der TGA-Branche große Vorteile.

Eigentlich lag es ja auf der Hand: Kampmann und NOVA bilden einfach ein perfektes Paar. Die einen sind Spezialisten für die dezentrale Klimatisierung und die anderen Experten für zentrale Lüftung. Beide haben sie internationale Erfahrung und beide sind am Markt Innovationstreiber. Zusammen können sie ganzheitliche sowie hocheffiziente Klimalösungen für Gebäude jeder Größenordnung planen und bauen – ein Leistungsumfang, der seinesgleichen sucht.

So naheliegend der Zusammenschluss der beiden Unternehmen war und so sehr man davon überzeugt war, dass die Kooperation erfolgreich sein würde – mit der Rasanz und Nachhaltigkeit des Erfolges hatte kaum jemand gerechnet. Heute, sechs Jahre nach der Vertragsunterzeichnung, kann man nicht nur auf eine Vielzahl gemeinsam durchgeführter Projekte zurückschauen, sondern auch Innovationen und Technologien vorweisen, die so nur im Zusammenspiel möglich waren. Dabei fand der Wissensaustausch und -transfer seinen Schauplatz nicht nur in strategischen Meetings, sondern ganz konkret auch in Kampmanns hauseigenem Forschung & Entwicklung Center. Für Planer, Architekten und Bauherren beginnt der Mehrwert, den sie von der Zusammenarbeit haben, aber schon weit vorher, nämlich bei der Beratung.

Große zu klimatisierende Bauprojekte sind komplex in der Planung. Das liegt zum einen in der Natur der Sache und ist zum anderen der Tatsache geschuldet, dass kaum ein Anbieter sowohl die projektbezogene Planung als auch die praktische Umsetzung mit eigenen Produkten leisten kann. Beziehungsweise „konnte“ – denn mit der Kooperation von Kampmann und NOVA können die Projektverantwortlichen die Planung und Umsetzung nun vertrauensvoll in eine Hand legen.

FLEXIBLES KLIMA

Die Emslandarena in Lingen

DIE EMSLANDARENA: Flexibles Klima für eine flexible Halle.

Der Generalunternehmer der EmslandArena in Kampmanns Heimat Lingen war einer der ersten, die auf diese Karte setzten. Im Juni 2012 erfolgte der Spatenstich für die Multifunktionshalle und zeit- und budgetkonform am 30. November des folgenden Jahres beging man bereits feierlich die Eröffnung mit einem Konzert von Katie Melua. So geschmeidig der Ablauf des Bauprojektes, so erfolgreich ist die EmslandArena seit Anbeginn: Katie Melua, Jan Delay, Die Fantastischen Vier, Fettes Brot, Amy MacDonald … die großen Stars geben sich die Klinke in die Hand. Mit der Bestätigung, dass Nobelpreisträger Bob Dylan im April 2017 nach Lingen kommt, setzte man sich selbst die Krone auf. Doch neben den Konzert-Highlights hat die EmslandArena noch weit mehr zu bieten: Sport-Events, Tagungen, Empfänge, intime Akustikkonzerte, Autogrammstunden – für jede Größenordnung bietet die EmslandArena die richtige Räumlichkeit und/oder Bestuhlungsvariante. Und so flexibel die Arena, so flexibel muss dann auch das Klima sein.

Vier Zentrallüftungsgeräte von NOVA sind auf dem Hallendach der EmslandArena installiert. Zwei davon sind für die Belüftung aller Nebenräume zuständig. Die anderen beiden sind einzig für die Veranstaltungshalle als solche bestimmt. Perfekt auf das flexible Nutzungskonzept der Arena abgestimmt, lassen sich beide Geräte auch separat betreiben. Arenadirektor Florian Krebs zeigt sich zufrieden mit der Lösung: „Es wäre wenig wirtschaftlich, bei kleineren Veranstaltungen mit beiden Lüftungsgeräten zu arbeiten. Das von NOVA vorgelegte Konzept ist für unsere so unterschiedlichen Anforderungen optimal.“ Wenn allerdings bei einer Großveranstaltung die Halle ausverkauft ist, liefern alle RLT-Geräte zusammen 140.000 m³/h frische Luft – das ist NOVAs zentraler Anteil. Der dezentrale kommt dann von Kampmann in Form von 420 laufenden Metern Galaxis Deckenstrahlplatten, die sich durch die gesamte Arena ziehen und mittels Strahlungswärme für ein angenehmes Klima sorgen.

Noch erheblich spannender wird die Kooperation, wenn zentrale und dezentrale Geräte miteinander kommunizierend zusammenwirken, denn damit lassen sich enorme Einsparungen erzielen. Kampmann und NOVA haben diese Technologie „Hybrid ECO System“ getauft und am Beispiel des OBI-Marktes in Hamburg-Bergedorf kann man die Funktionsweise und die erstaunliche Effizienz wunderbar ablesen.

EFFIZIENTES KLIMA

Kühlung mit der Ka2O-Technologie beim Gebäudetechniker VOSS in Haselünne

ZUKUNFTSWEISEND: Regenerative Kühlung mit der Ka2O-Technologie beim Gebäudetechniker VOSS in Haselünne.

35,8 Prozent. Das ist die Zahl, die dem Baumarkt die Zertifizierung als „GreenBuilding“ einbrachte, dem Programm der EU für energieeffizientes, ressourcenschonendes Bauen. 35,8 Prozent. So viel Energie spart der OBI-Markt gegenüber dem in der Energieeinsparverordnung (EnEV) vorgeschriebenen Wert ein. Hierfür mitverantwortlich ist das Hybrid ECO System, bei dem die Aufgaben „lüften“ und „temperieren“ getrennt sind. Be- und entlüftet wird zentral: Auf dem Dach des OBI-Marktes sind sechs NOVA-Lüftungsgeräte mit einem Gesamtvolumenstrom von 40.000 m³/h installiert. CO2-Fühler im Markt ermitteln die benötigte Frischluftmenge, sodass die RLT-Geräte jeweils nur so viel Frischluft liefern wie benötigt. Die Regelung der Temperatur erfolgt dann direkt in den Räumen des Marktes durch dezentrale Geräte. Hier werden TOP-Lufterhitzer und Galaxis Deckenstrahlplatten eingesetzt. Diese Kombination sorgt für maximale Effizienz: Wenn frische Luft zugeführt werden muss, laufen die Dachgeräte. Durch den sehr hohen Wirkungsgrad der integrierten Wärmerückgewinnung ist eine zusätzliche Lufterhitzung durch die dezentralen Geräte oftmals gar nicht nötig. Dann dienen die TOP-Lufterhitzer quasi nur als Luftauslass. Wenn die Geräte dann heizen, arbeiten sie um ein Vielfaches effizienter, als wenn die Erwärmung im zentralen Lüftungsgerät stattfinden würde: Die dezentralen Geräte besitzen nur einen Bruchteil der elektrischen Leistungsaufnahme.

NEUES KLIMA

Die noch weitreichendere Innovation, die der Kooperation von Kampmann und NOVA entsprungen ist, ist die Ka2O-Technologie. Bei ihr wurde die indirekte Verdunstungskühlung mit Wasser als Kältemittel neu gedacht: Ein modularer Aufbau, die Befeuchtung der Luft direkt im Wärmetauscher und eine spezielle Geometrie der Lamellen und Luftführung sorgen für einmalige Eigenschaften. So sind besonders hohe Temperaturabsenkungen um mehr als 20 K möglich – und das (im Gegensatz zu herkömmlichen Anlagen) unabhängig von der Außentemperatur! Durch den Einsatz von stapelbaren Modulen ist der effiziente Gegenstromanteil bei der Ka2O-Technologie stets gleich hoch. Und das nicht nur im Kühlbetrieb. In der Heizperiode ist im Gerät die Wärmerückgewinnung aktiv. Bis zu 87 Prozent beträgt hier der Wärmerückgewinnungsgrad. Argumente, die auch den weltweit führenden Werkzeug- und Fräsmaschinenhersteller DMG Mori überzeugten. Hier gingen Anfang 2017 auf den Dächern des Unternehmenshauptsitzes in Bielefeld drei RLT-Geräte mit Ka2O-Technologie in Betrieb. Eines davon in höchster Ausbaustufe mit 60 Einzelmodulen und einer Luftmenge von 24.000 m³/h.

Und damit sind wir auch schon in der Gegenwart, in welcher Kampmann und NOVA mehr als zufrieden zurückschauen können auf das Erreichte. Noch viel mehr blickt man allerdings voraus auf eine gemeinsame Zukunft, für die man dank innovativer und umweltgerechter Lösungen bestens gerüstet ist.

RLT-Gerät auf dem Dach des Gebäudetechnikers VOSS in Haselünne

Bildnachweis: EmslandArena @Jörg Everding