Neun Tage Weltklassetennis – präsentiert von Kampmann. Ein Rückblick.

Am Ende gab es Tränen: Michael Stich verabschiedete sich hochemotional von „seinen“ German Open am Rothenbaum. Es war der 29. Juli 2018, der Finaltag des Traditionsturniers. Neun Tage lang erlebten die Zuschauer Weltklassetennis – und so manche Überraschung.

Eine davon: der Hauptsponsor. Kampmann präsentiert die German Open. Da musste so mancher Zuschauer erst einmal im Turnierheft nachschlagen, wer das eigentlich ist. Damit tritt Kampmann erstmals seit Ende des Internationalen Dressurfestivals Lingen im Jahr 2013 wieder als Sportsponsor in Erscheinung. Und wie! Die Markenpräsenz vor Ort war eindrucksvoll. Die Medien berichteten umfassend, der Sender SKY übertrug live. In der Kampmann-Pagode verkaufte sich das exklusive Merchandise hervorragend. Die Kampmann GmbH, die sich als Hersteller am Endverbrauchermarkt eher im Hintergrund hält, rückt damit in den Fokus der Öffentlichkeit.

Doch nun zum Sportlichen: Das erste große Highlight der Turnierwoche setzen am zweiten Tag Michael Stich und John McEnroe. Im Legendenmatch vor ausverkauftem Haus setzte sich der Hamburger knapp gegen den charismatischen Amerikaner durch. Und auch wenn der Spaß nicht zu kurz kam, wie von den beiden angekündigt, haben sie eine anspruchsvolle Partie auf höchstem Niveau gespielt. Wie viel das Match Michael Stich bedeutete wurde klar, als er nach dem verwandelten Matchball jubelnd auf die Knie sank.

Hendrik Kampmann, Nikoloz Basilashvili mit der Siegerprämie in den Händen(Sieger der German Opens) und Michael Stich lächeln in die Kamera

Das Turnier selbst war von zwei weiteren Überraschungen geprägt: Zum einen das völlig unhanseatische Wetter mit Spitzentemperaturen von bis zu 35 Grad. Und zum anderen das „Favoritensterben“ im Turnierverlauf. So schieden die beiden top-gesetzten Dominic Thiem und Diego Schwartzman bereits im Viertelfinale aus. Immerhin schaffte es der Vorjahressieger Leonardo Mayer bei seinem Lieblingsturnier ins Finale. Aber es war das Turnier der Qualifikanten, die es zum Teil weit brachten. Allen voran der Georgier Nikoloz Basilashvili, der Leonardo Mayer im Finale in drei Sätzen bezwang und damit sein erstes ATP-Turnier gewann.

Die Siegerehrung übernahmen Hendrik Kampmann und Michael Stich. Es kam viel zusammen für Michael Stich: Kurz vorm Turnier wurde er in Newport/Rhode Island feierlich als erst sechster Deutscher in die Tennis Hall of Fame aufgenommen. Als Turnierdirektor feierte er zudem sein zehnjähriges Jubiläum und gleichzeitig war das Turnier sein letztes am Rothenbaum. Jenem Turnier, bei dem er vor 40 Jahren als kleiner Junge über den Zaun kletterte, um seine Idole sehen zu können. Jenem Turnier, das er 1993 gewann und dessen Turnierdirektor er seit 2009 war.

„Ich wünsche mir so sehr, dass dieses Turnier weiterlebt, auch wenn wir es nicht mehr veranstalten dürfen“, sagt Stich mit tränenerstickter Stimme auf dem Center Court. Gleichzeitig unterstrich er: „Wir haben in den zehn Jahren so viele Partnerschaften aufgebaut, dass wir mit diesem Team dem Tennis verbunden bleiben wollen.“ Wohin das führt und ob Kampmann Teil dieser Zukunft sein wird, ist noch unklar. Hendrik Kampmann äußert sich abschließend vollends zufrieden mit dem Engagement: „Es war ein fabelhaftes Turnier und eine wunderbare Partnerschaft!“