Fest, flüssig, gasförmig – in der HKL-Branche arbeiten wir mit allen Aggregat-Zuständen in verschiedensten Geräten und für unterschiedlichste Anwendungen.

Am Ende geht es immer um angenehme Bedingungen in Gebäuden aller Art – um das Wohlfühlklima, das zu schaffen sich Kampmann auf die Fahne geschrieben hat und über das wir in KAMPMANN HEUTE viel erfahren. Doch das Thema „Klima“ begegnet uns auch ständig außerhalb unserer Branche, in Ausprägungen, die auch uns Kennern staunen macht.

Zunge, tiefgekühlt

Berührung der Zunge am gefrorenen Laternenpfahl

Die Versuchung ist ja da: Bei einem winterlichen Spaziergang mit der Zunge einen gefrorenen Laternenpfahl zu berühren wäre irgendwie lustig. Doch wir ahnen – eher für die Zuschauer. Denn wie wir alle wissen, bleibt die Zunge kleben. Und nicht nur ein bisschen. Erwachsen wie wir sind, widerstehen wir der Versuchung, doch gerade Kinder und Jugendliche geben dem Drang nach und müssen nicht selten von der Feuerwehr befreit werden. Doch warum klebt die Zunge so nachhaltig am Eis?

Zwei Faktoren führen zunächst einmal zum Klebeeffekt. Die Feuchtigkeit der Zunge und ihre Rauigkeit. Berühren wir mit der Zunge das Eis, gefriert der Speichel. Und Eis ist, auch das haben wir in der Schule gelernt, kristallin. Die Kristalle verhaken sich und schwupps sitzen wir fest. Jetzt könnte man einwerfen, dass die Zunge doch warm ist und unsere Körpertemperatur das Eis wieder schmilzt. Dummerweise wird die Wärme schneller abgeleitet als unser Körper sie zuführen kann. Die Bindung ist also erstmal dauerhaft. Die Anwendung von Gewalt würde zu einer blutigen Zunge führen; Feuerwehr oder Notarzt greifen daher zu einer warmen Kochsalz-Lösung um den Betroffenen aus seiner misslichen Lage zu befreien.

Was der Eisbär nicht weiß: Er ist nicht weiß.

„Ich möchte ein Eisbär sein, im kalten Polar“ dichtete die NDW-Band Grauzone 1981 in ihrem Song „Eisbär“. Heute würde man nur ungern mit dem Eisbären tauschen, denn sein Lebensraum, die Arktis, ist durch den Klimawandel massiv bedroht. Doch darum soll es nicht gehen, sondern darum, dass Eisbären nicht weiß sind.

Nicht weiß?, fragen Sie nun, der Eisbär ist doch das exemplarische weiße Tier überhaupt! Tatsächlich ist das Eisbärenfell aber transparent – der weiße Farbeindruck entsteht durch Lichtbrechung. Die äußeren Fellhaare sind zudem innen hohl, was der Wärmedämmung und einem besseren Auftrieb im Wasser dient. Nicht einmal die Haut unter der dichten, öligen Behaarung ist weiß oder rosa, sondern schwarz. Dies dient der besseren Wärmeabsorption und ist neben der dicken Fettschicht des Bären und eben dem Fell, Teil der Strategie der arktischen Kälte zu trotzen.

Getränke kühlen ohne Kühlschrank

Schwarze Thermoskanne

Bereits vor 20.000 Jahren wurden Keramikgefäße hergestellt. Unsere Vorfahren formten in der Jungsteinzeit Töpfe und Krüge aus Lehm, die sie in der Glut eines Feuers brannten. Irgendwann werden unsere Ahnen festgestellt haben, dass der Inhalt eines Gefäßes gekühlt wird, wenn es zuvor in Wasser getaucht wurde. Und irgendwann wussten sie auch, dass sich Lebensmittel länger halten, wenn sie gekühlt werden. Was die Jungsteinzeitler vermutlich nicht erkannt hatten ist, wie der Kühleffekt zustande kam. Tongefäße sind porös und somit wasserdurchlässig; der Krug kann sich also „vollsaugen“. Da Wasser auch bei normaler Umgebungstemperatur verdunstet (siehe die Wäsche, die an der Leine trocknet oder die verschwindenden Pfützen nach einem Regenguss), wird dem Krug die Feuchtigkeit entzogen, wobei der Übergang vom flüssigen in den gasförmigen Zustand dem Gefäß Wärme entzieht; den Inhalt also kühlt. Ein geniales Prinzip, das noch heute angewandt wird. Zum Beispiel im nebenstehender moderner Karaffe oder auch bei den KLIMANAUT-Geräten von Kampmann.

Frauen ist immer kalt

„Frauen ist immer kalt.“ Das ist jetzt zwar eine generalisierte Aussage, die so nicht stimmt; aber das, was damit gesagt werden soll, ist richtig – nämlich das Frauen schneller frieren als Männer. Hierfür gibt es gleich drei Gründe. Zum einen ist das weibliche Geschlechtshormon Östrogen schuld. Es weitet die Blutgefäße, was zunächst für eine bessere Durchblutung und damit höhere Körperwärme sorgt. Aber so ab Temperaturen unter 15° Celsius verlegt der weibliche Körper die tolle Durchblutung ins Körperinnere. Folge: Hände und Füße fühlen sich kalt an. Die Frau wünscht sich nun Wärme, die allzu oft der Mann spenden muss. Dies hat die Natur nicht eingerichtet um die Männer zu quälen, sondern um ein etwaiges ungeborenes Leben zu schützen.

Frau im Winter mit Winterjacke

Grund zwei: Frauen haben weniger Muskeln als Männer. Bewegte Muskeln erzeugen Wärme, die sich im ganzen Körper verteilt. Weniger Muskeln gleich weniger Wärme. Und drittens haben Frauen auch noch eine buchstäblich dünnere Haut, so dass ihr Körper eine größere Wärme abstrahlt. Genügend Gründe also für die „starken Männer“ mit Verständnis auf das Wärmebedürfnis der Frauen zu reagieren.

Bilder: Zungenspitze by 4FR/iStockphoto; Eisberg by Goinyk-Volodymyr/fotolia; Karaffe by arshabitandi; Frierender Mann by jpfotograaf/iStockphoto