Seb Cairns managt das Kampmann-Geschäft in Nordamerika

Seit Januar 2016 besteht die Kampmann Heating, Cooling, Ventilation Ltd., Vancouver (Kanada). Die Kampmann-Tochter ist für den Vertrieb der Kampmann HKL-Produkte in Nordamerika verantwortlich. Geschäftsführer ist Seb Cairns.

Das Nordamerika-Geschäft kannte er bereits gut, bevor er in Vancouver an der Westküste Kanadas Geschäfts- und Wohnsitz bezog. In London hatte Seb Cairns zuvor gemeinsam mit Thorsten Niehoff die Kampmann UK Limited aufgebaut. Zwar war Kampmann seit Anfang der 1980er Jahre im Vereinigten Königreich engagiert, die Gründung einer Tochter vor vier Jahren sollte dem Geschäft durch Vorort-Präsenz aber zusätzlichen Schwung geben. Seb Cairns und Thorsten Niehoff starteten durch. Schnell bildeten sie ein Team, das auf mittlerweile ein Dutzend Mitarbeiter angewachsen ist. Das vergangene Jahr war das erfolgreichste Geschäftsjahr Kampmanns auf der Insel, wo die wichtigsten Planungs- und Architekturbüros der Welt zu Hause sind. Über den Geschäftskontakt zu ihnen entstanden Geschäftsbeziehungen nach Nordamerika. Es zeigte sich, dass das Marktbedürfnis nach Kampmann-Produkten dort sehr ähnlich mit dem in Großbritannien ist. Um dem nordamerikanischen Markt nach dem erfolgreichen Beispiel UK durch persönliche Präsenz näher zu sein, wurde Anfang des letzten Jahres die Kampmann Heating, Cooling, Ventilation Ltd. gegründet. Seb Cairns packte in London zunächst den Koffer, in Vancouver sodann eine Herkules-Aufgabe an: den gewaltigen nordamerikanischen Markt von der Südspitze Mexikos bis zur Nordspitze Kanadas zu bearbeiten.

PRODUKTEFFIZIENZ MADE BY KAMPMANN

„Was in den USA gilt, gilt für Nordamerika“, sagt Seb Cairns. Entsprechend sei die nordamerikanische Heizungs- und Klimatechnik „sehr voluminös“ und energieintensiv. Die deutlich schlankeren und energieeffizienteren Kampmann-Produkte hätten bis dato eine solide Nischen-Position eingenommen, das letzte Jahr sei dann von rasantem Wachstum geprägt gewesen: „Wir wurden Partner der US-Vertriebsgesellschaft „Tunstall“, die von Kampmann-Produkten überzeugt ist. Diese Gesellschaft ist überall in den USA präsent. In Kanada kooperieren wir mit „Trane“, sagt Seb Cairns. Rastlos hat er den nordamerikanischen Kontinent bereist, Vertriebs-Partner beispielsweise in Boston, Montana oder Washington besucht, Fokus sind die Metropolen. „Lunch and learn“ heißt dort das gegenwärtig populärste Erfolgsrezept: „Für ein oder zwei Stunden mache ich Termine mit Ingenieuren oder Architekten. Für die Mittagspause bringe ich dazu etwas zu trinken oder essen mit und stelle Kampmann vor. Der Erfolg ist wirklich gewaltig! Die Nordamerikaner mögen Produkte made by Kampmann, weil sie technisch besser und effizienter sind“, sagt Seb Cairns. Wie zuvor in London, will der Nordamerika-Repräsentant Kampmanns den Erfolg ausweiten. Aktuell ist er im Aufbau eines kleinen Teams, um den gigantischen Markt mit seinen großen Möglichkeiten noch intensiver bearbeiten zu können: „Nordamerika hat ganz klar das Potenzial, eine der stärksten Exportregionen Kampmanns werden zu können“, schätzt Seb Cairns optimistisch.

"Die Nordamerikaner mögen Produkte made by Kampmann, weil sie technisch besser und effizienter sind"

TTIP, CETA & CO.

Der sehr gute Geschäftserfolg der noch jungen Kampmann Heating, Cooling, Ventilation Ltd. wird derweil vom nun vollzogenen Handelsabkommen CETA zwischen Kanada und der EU tangiert, vom transatlantischen Handelsabkommen TTIP zwischen den USA und der EU flankiert und von den Stimmen zum Ausgang der US-Präsidentenwahl orchestriert. Wie gelingt es Seb Cairns in diesem unruhigen Fahrwasser, die erfolgreich eingeschlagene Richtung zu halten? „CETA ist das klarste Handelsabkommen, weil es am transparentesten ist. Ich finde es phantastisch, dass es verabschiedet wurde. Durch CETA ist die siebenprozentige Steuer auf Kampmann-Produkte entfallen, das wird uns helfen“, sagt Seb Cairns. Ein Problem bei Standards und Zertifikaten sieht er nicht, „das Kanada-Geschäft wird sich langsam und stetig in den nächsten Jahren entwickeln“, ist er überzeugt. Anders die USA: „Die US-Standards haben nicht das Niveau der EU-Standards“, sagt Seb Cairns. Er fürchtet von daher, dass ein US-geprägtes TTIP sich negativ auf das Niveau der EU-Standards und Zertifikate auswirken könnte. Nicht kurzfristig, wohl aber in drei bis vier Jahren nach Verabschiedung von TTIP erwartet er hier konkrete Marktreaktionen. Wobei er grundpositiv davon ausgeht, dass sich TTIP wie bereits jetzt CETA positiv auf den europäischen Handel in den USA auswirken wird. Was ebenso für die Wahl des neuen US-Präsidenten Donald Trump gilt: „Nehmen Sie die negativen Aussagen Trumps zu Nafta, dem amerikanischen Handelsabkommen zwischen den USA, Mexiko und Kanada. Die wird er als Präsident nicht durchhalten können, weil jeder weiß, alle brauchen alle. Und so glaube ich nicht wirklich, dass sich hier unter Trump viel ändern wird“, sagt Seb Cairns.

GRETCHENFRAGE ZERTIFIZIERUNGEN

In London stimmt Thorsten Niehoff den Aussagen seines ehemaligen Partners Seb Cairns im UK-Geschäft in allen Punkten zu. Auch Niehoff, Geschäftsführer der Kampmann UK Ltd., sieht im US-Zertifizierungswesen „eine Qual, die nichts mit Sicherheiten zu tun hat, sondern die ein Element der Marktabschottung“ sei. Eine besondere Herausforderung sei es zudem, die unterschiedliche Gesetzgebung in den einzelnen Bundesstaaten zu beachten. Die Frage, ob die Zertifizierungen in den transatlantischen Vertragsabkommen zwischen Nordamerika und der EU homogenisiert werden oder nicht, hält er für die Schlüsselfrage, die das angloamerikanische Kampmann-Geschäft der nächsten Jahre bestimmen wird. Sowohl in London wie auch in Vancouver. Wo „Lunch and learn“ ein gegenwärtig wichtiger Schlüssel ist, die Tür nach Nordamerika immer weiter für Kampmann zu öffnen.

Skyline von Vancouver mit Wolkenkratzern

VANCOUVER - Sitz der Kampmann Heating, Cooling, Ventilation Ltd.

Bilder: Burger @ Joshua Resnick – shutterstock; Skyline von Vancouver @ Thom Quine, CC BY 2.0