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Kampus Seminare digital und bald auch wieder „in echt“

Wissensvermittlung digital – Ingo Lübken verrät wie.

Kampmann Kampus Seminare gibt es bereits seit dem 12.12.2012. Fundiertes Fachwissen, vermittelt vom Experten für die TGA- und SHK- Branche. Gerne locker und praxisnah vorgetragen. So war man es gewohnt und für 2020 waren mehr Seminare und Themen denn je geplant. Der Lockdown machte einen Strich durch diese Rechnung. Wie das Team um den Kampus damit umging, welche Alternativen in kürzester Zeit entstanden und wie es bald wieder mit Präsenzseminaren losgeht, das verriet Ingo Lübken, Leiter des Kampmann Kampus, in einem Kollegeninterview.

Ingo, wir springen zurück in den März 2020. Wie haben dich die Lockdown Maßnahmen persönlich und beruflich getroffen?

Ich erinnere mich noch ganz gut, bei solch einschneidenden Erlebnissen geht es wohl Vielen ganz ähnlich. Auch wenn die Reaktionen, kurz vor dem Lockdown noch zaghaft erschienen, so kam er Mitte März dann doch relativ plötzlich und umfassend. Den Schock musste ich erstmal zwei Tage verdauen und realisieren, was das für uns bedeutet. Nach einigen Gesprächen mit den Kollegen wurde aber relativ schnell das Credo „Einfach das Beste draus machen“ deutlich und diesem konnte ich mich persönlich wie beruflich ebenfalls gut verschreiben.

Seminarveranstaltungen wie gewohnt durchzuführen wurde mit einem Mal unmöglich gemacht. Wie ist dein Team mit der „Was nun?“ Situation umgegangen ist?

Es hat sich relativ schnell angedeutet, dass Veranstaltungen, so wie wir sie kennen, erstmal nicht mehr realisierbar sein werden. Organisatorisch haben wir versucht einen Großteil, der bis Juni geplanten Seminare, in die zweite Jahreshälfte zu verlegen. Parallel haben wir uns Gedanken über Alternativen gemacht. Wir wollten natürlich weiter im Kontakt mit unseren Kunden bleiben und uns in der Pandemiezeit solidarisch zeigen. Die zentrale Frage war: „Was können wir unseren Kunden und Partnern bieten, die Zeit des Lockdowns konstruktiv zu nutzen. Da unsere Parade-Disziplin die Wissensvermittlung ist, war relativ schnell klar, dass wir einen digitalen Kanal schaffen müssen, auf dem das möglich ist. Und das sogar kostenlos.

Webinare statt Seminare also – kannst du erzählen wie ihr die Aufgabe in der Kürze der Zeit angegangen seid?

Den Plan, digitaler zu werden gab es bereits. Der Unterschied war, dass dies nun schnell auf Priorität 1 gesetzt wurde.

Ich konnte mich voll auf mein Team verlassen, weil jeder seine Stärken bei dem Projekt voll ausspielen konnte. Während der eine Kollege die Technik und das passende Tool ausmachte, gab es bei den anderen Kollegen*Innen bereits konkrete Pläne, wie man die Bewerbung und Kommunikation der Webinare schnell und einfach in die Welt hinausträgt. Ich habe mich um die Themen und den Inhalt der geplanten Webinare gekümmert und konnte hier auf einige Referenten zurückgreifen, wie es sie bei Kampmann in guter Anzahl gibt.

Schnell war klar: die Themen müssen kurz und knackig präsentiert sein. Die Abwechslung zwischen Grundlagenwebinar und Expertenvortrag war mir, ähnlich wie in unserem Seminarprogramm, wichtig. Etwa vier Wochen später konnten wir dann mit unserem ersten Webinar starten und führen das bis heute fort.

Kampus Seminare digital - Wissensvermittlung per Webinar

                                

Was hat dich nach den ersten Webinaren am meisten beeindruckt?

Sicherlich gewöhnungsbedürftig war es „nur“ mit einer Kamera zu sprechen, wenn man sonst über zehn Jahre vor Publikum gesprochen hat. Hier konnte man direkt am Gesichtsausdruck und der Reaktion der Zuhörer*Innen ablesen, ob diese gespannt zuhören oder es ggf. negatives Feedback gibt. Ich muss zugeben, der direkte Austausch fehlt mir immer noch.

Es hat sich aber ausgezahlt, dass wir viel Gehirnschmalz in die Konzeption gesteckt haben. Unter anderem haben wir überlegt, wie wir die Aufmerksamkeitsspanne hochhalten und die Reaktion des Teilnehmerfeldes mit einbeziehen können. Im Webinar gibt der Kollege hinter der Technik die Zuschauerfragen aus der Chatfunktion mit in den Vortrag rein. So entsteht hier und da ein Dialog, das lockert das Ganze schon auf. Bei der Nutzung der Umfragefunktion ist der Teilnehmer gefordert. Die Einbindung verschiedener Medien erzeugt eine zusätzliche Abwechslung. Der Aufwand hat sich in jedem Falle gelohnt und wird meist auch von den Zuhörern durch positive Rückmeldung honoriert.

Stichwort „Neue Normalität“ Lässt sich bereits ableiten wie es mit den Webinaren und allgemein beim Thema „Weiterbildung“ im Kampmann Kampus weitergeht? Gibt es schon eine Tendenz, wie es bei den Präsenzseminaren in der zweiten Jahreshälfte aussieht?

„Neue Normalität“ ist natürlich ein treffender und zugleich falscher Ausdruck. Wir wissen, dass sich in der Branche zwar ein paar Aufgaben verschoben haben, dennoch ging es auf laufenden Baustellen scheinbar genauso hektisch weiter wie bisher. Sich aus diesem Tagesgeschäft für nur eine kurze Stunde herauszureißen, um im Webinar einen Themenkomplex zu ergründen, ist für unsere Kunden eine große Herausforderung. Wir wissen, dass sie sich lieber bewusst einen ganzen Tag herausziehen, um sich dann ganz auf ein Tagesseminar konzentrieren zu können. Wir werden daher versuchen, die Präsenzseminare in der zweiten Jahreshälfte wieder anzubieten und möglichst im September die ersten Veranstaltungen, unter den nötigen Hygienerichtlinien wieder zu realisieren. In diesem Falle sind dann einfach die Räume und Abstände größer, die Belüftung konstant und großzügig, die Gruppen ggf. etwas kleiner. Und für die Brötchenplatte und den Lunch werden wir uns zeitweilig eine andere machbare Lösung mit den Locations ausdenken.

Ich bin optimistisch, dass alle Bundesländer bis dahin auch den rechtlichen Rahmen geschaffen haben und sich hier eine gut umzusetzende „neue Normalität“ einstellt. Der direkte Kontakt zum Kunden sorgt eben doch immer noch für einen direkteren, fassbaren und effektiveren Austausch bei umfassenden Themen, die nicht mal eben in 60 Minuten Webinar erklärt sind.

Dennoch sehen wir definitiv den Vorteil und die Nachfrage dieses Modells. Gerade wenn für eine lange Anreise keine Zeit und keine Ressourcen verfügbar sind. Diese hat man bei Webinaren aus dem privaten Bürostuhl gespart. Definitiv wollen wir bis zum Ende des Jahres in regelmäßigen Abständen Webinare anbieten und diese weiter professionalisieren. Bis dahin feilen wir noch an dem richtigen Rahmen und dem passenden Konzept um auch tiefere und komplexere Themen in die Webinarform einzupassen.

Ein letztes Wort an die Teilnehmer – was wünscht du den Lesern für die Zukunft?

Ich denke eine zweite Welle wünscht sich gerade keiner, ich mir im Übrigen auch nicht. Vielmehr wünsche ich jeder/m Branchenkollegen*In, dass sich die beruflichen Folgen der Pandemie in Grenzen halten. Etwas mehr Alltag tut meiner Meinung nach gerade jedem gut. Unser Ziel für 2020 - noch mehr Seminare und Themen anzubieten - haben wir in das Jahr 2021 gelegt. Das klappt natürlich nur, wenn die nötige Zeit eingeräumt wird und Weiterbildung nach wie vor gefragt ist. Ich freue mich, bald wieder unterwegs zu sein und vor interessiertem Publikum zu referieren.

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