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Klimawandel - auf der Welt und im Supermarkt

Wie der Schutz des Weltklimas zu neuen Klimakonzepten für Handelsketten führt.

Seit dem 1. Januar gelten neue gesetzliche Mindestanforderungen an die Energie-Effizienz von Lüftungsgeräten. Natürlich sind auch Handelsketten betroffen – sie müssen bei Neu- und Umbauten ihr lüftungstechnisches Konzept anpassen.

Anfang Dezember 2015 fand die UN-Klimakonferenz in Paris statt. Entgegen vielen Befürchtungen war die Konferenz ein Erfolg: Die 195 Teilnehmerstaaten einigten sich auf einen Weltklimavertrag, der zum Ziel hat, die globale Erwärmung auf zwei Grad Celsius zu beschränken, wenn möglich auf 1,5 Grad Celsius. Ein wichtiger Schritt für die ganze Welt. Und endlich die allgemeine Anerkennung, dass der Klimawandel menschengemachte Realität ist. Doch ein Stück Papier hat noch keine Auswirkungen auf den CO2-Ausstoß; erst die Umsetzung weitreichender Maßnahmen hat dies. Eine davon ist die Ökodesign-, beziehungsweise ErP-Richtlinie der Europäischen Union. Die Umsetzung dieses Gesetzes erreichte am 1. Januar 2016 im Bereich der Lüftungstechnik eine erste Stufe. Eine Stufe, die besonders für viele Handelsketten hoch erscheint, besagt sie doch unter anderem, dass „alle ZLA über ein WRS verfügen“ müssen – sprich, dass Zwei-Richtung-Lüftungsanlagen fortan mit einem Wärmerückgewinnungssystem ausgestattet sein müssen. Das hat weitreichende Konsequenzen, schließlich sind seit Jahren etablierte Klimakonzepte nun obsolet. Bei der Ausarbeitung einer neuen energetischen Strategie sind Umsicht und Augenmaß gefragt. Zum einen sind ErP-konforme Lösungen ebenso zahlreich wie qualitativ und monetär unterschiedlich und zum anderen sollte das Konzept auch die verschärfte, ab 2018 gültige zweite Stufe der Ökodesign-Richtlinie erfüllen.

Kampmann ist seit vielen Jahren ein geschätzter Partner von Handelsketten aller Art. Die Leistung der Lingener geht weit über die Herstellung von Produkten für Heizung, Klima und Lüftung hinaus. Vielmehr versteht sich Kampmann hier als Berater, der sich in die speziellen Belange der Marktbetreiber, Investoren, Planer und ausführenden Unternehmen einfühlt, die jeweils optimale Lösung ausarbeitet und wiederholbar macht – was selbstverständlich auch für die ErP-konforme Lösung gilt. Doch was bedeutet die Richtlinie nun konkret für Marktbetreiber?

"Alle ZLA müssen über ein WRS verfügen."

Die EU-Verordnung Nr. 1253/2014 „hinsichtlich der umweltgerechten Gestaltung von Lüftungsanlagen“ umfasst verschiedene Punkte. Unter anderem definiert sie Vorgaben zur Ventilatoreffizienz und zur maximalen Stromaufnahme des Gerätes. Ein entscheidender, weil weitreichender Punkt ist die Verpflichtung, Zwei-Richtung-Lüftungsanlagen (ZLA) mit einer Wärmerückgewinnung auszustatten. Bewährte, vielfach installierte Anlagenkonfigurationen ohne WRG dürfen nicht mehr verkauft und eingesetzt werden. Konsequenz für Handelsketten: ZLA, also Lüftungsanlagen mit Fort- und Zuluft-Ventilator, werden durch die WRG nicht nur teurer, sondern ohne weitere Betrachtung auch größer, was bei einer Installation innerhalb des Gebäudes nötigenfalls zu höheren Baukosten führt. Das nach ErP erlaubte Installieren einer Ein-Richtung- Lüftungsanlage stellt sich oft als unbehaglich und nicht praktikabel heraus. Hier darf der Luftwechsel nur über einen Luftweg erfolgen: entweder als Außenluftzufuhr oder als Fortluftabfuhr. Je nach System befindet sich der Raum im Über- oder Unterdruck und der Luftstrom sowie die Luftverteilung lassen sich fast nicht kontrollieren.

Die smarteste und effizienteste Lösung ist zweifelsfrei Kampmanns Hybrid ECO System – nicht nur für Handelsketten. Bei dieser Lösung wird die Außenluftversorgung von der Temperierung getrennt. Ein nur auf den Außenluftbedarf dimensioniertes zentrales Lüftungsgerät mit Wärmerückgewinnung versorgt die dezentralen Geräte mit frischer Außenluft. Diese sorgen dann für die finale Temperierung. Gegenüber der gängigen Lösung, bei der im zentralen Lüftungsgerät auch die Temperierung vorgenommen wird, bringt das Hybrid ECO System glasklare Vorteile mit sich:

ERSTENS

Dadurch, dass das zentrale Lüftungsgerät nur für den Luftaustausch verwendet wird und nicht aktiv heizt, kann es erheblich kleiner ausgelegt werden.

ZWEITENS

Da die Temperatur über die dezentralen Geräte geregelt wird, muss das Kanalsystem nur Frischluft führen. Dadurch ergeben sich wesentlich kleinere Kanäle und die Luftauslässe können entfallen. Diese Funktion übernehmen die dezentralen Geräte.

DRITTENS

Im Verhältnis zum zentralen Gerät haben die dezentralen Geräte nur einen Bruchteil an elektrischer Leistungsaufnahme und erfüllen die Aufgabe der Temperierung um ein Vielfaches effizienter als eine zentrale Lösung.

VIERTENS

Frischluft wird somit exakt nach Bedarf zugeführt. Ist der Frischluft-Bedarf gedeckt, und es muss aber geheizt oder gekühlt werden, schalten die dezentralen Geräte in den Sekundärluft-Betrieb. So werden auch die Filter im zentralen Gerät geschont.

So ist die Klimatisierung mit dem Hybrid ECO System von höchster Effizienz, da es die Aufgaben Lüften und Heizen/Kühlen voneinander trennt und exakt bedarfsgerecht erledigt. Dieser Systemgedanke ist unabhängig von der Verkaufsraumgröße gleichermaßen effektiv anzuwenden.

Schaubild Kampmanns Hybrid ECO System

Kampmanns Hybrid ECO System – Außenluftversorgung und Temperierung sind voneinander getrennt.

Jürgen Dedden Head of International Retail Chains

Jürgen Dedden und Team beraten Sie gerne!

Beispielhaft sei hier ein größerer Markt genannt, der mit folgender technischer Ausstattung das „Green Building“-Zertifikat der Europäischen Kommission erwarb: Elemente für die Zertifizierung sind ein eigenes Blockheizkraftwerk, eine optimal gedämmte Gebäudehülle, die Beleuchtung mit LED-Lampen und Tageslicht sowie eben das Hybrid ECO System. Sechs zentrale Lüftungsgeräte von Kampmanns Schwesterunternehmen NOVA sorgen für die Be- und Entlüftung. Der Wirkungsgrad der integrierten Wärmerückgewinnung über Doppelplattentauscher beträgt 84 Prozent. Der Frischluftbedarf wird über CO2-Fühler ermittelt. Als dezentrale Geräte werden TOP-Lufterhitzer und Galaxis Deckenstrahlplatten eingesetzt, die die 10.000 Quadratmeter Verkaufsfläche beheizen. Das Ganze ist so effizient, dass es die Vorgaben der EnEV um deutlich mehr als 25 Prozent unterschreitet. Die Einhaltung der Ökodesign-Richtlinie ist da selbstredend.

So bedarfsgerecht das Hybrid ECO System, so bedarfsgerecht ist auch die Auswahl an passenden Komponenten. Vom Airblock FG für den Zwischendecken-Einbau in einer kleinen Boutique bis zum Dachgerät für große Volumenströme gibt es für jede Markt-Größe das richtige Lüftungsgerät. Jedes davon lässt sich beliebig mit verschiedenen dezentralen Geräten kombinieren und natürlich über das Raumautomations-System KaControl komfortabel regeln und in die Gebäude-Leittechnik integrieren.

Bild: UN-Klimakonferenz by JJ Georges – CC-BY-SA 4.0