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Das Paradies des Lord Nelson

Die HMS Victory ankert vor der größten Thermenwelt Europas

Das mächtige Schiff liegt auf dem Trockenen. Doch das Wasser ist nah – vom Oberdeck aus hat man eine grandiose Aussicht auf die wogenden Wellen. Vom eindrucksvollen Heck erstreckt sich schwarz-beige-gestreift der hölzerne Rumpf bis zum eleganten Bug. Die HMS Victory liegt im Hafen von Portsmouth am Ärmelkanal auf dem Trockendock. Und in Erding bei München an einem Wellenbad.

Horatio Nelson, 1. Viscount Nelson, 1. Baron Nelson, Order of Bath, Herzog von Bronte – so lautet der Name Lord Nelsons mit all seinen Ehren- und Adelstiteln. In mehreren wichtigen Seeschlachten erfolgreich und in seiner letzten und wichtigsten bei Trafalgar vor Spanien im Kampf gefallen, ist Admiral Nelson ein echter britischer Held. Das Schiff, die HMS Victory, welches er anno 1805 in seine letzte Schlacht führte, existiert noch heute: Sie liegt im wichtigsten militärischen Hafen Europas und dient als Flaggschiff des Ersten Seelords, dem ranghöchsten Dienstgrad der Royal Navy. Die Victory ist zu besichtigen und komplett begehbar – ein lohnenswertes Ziel. Ebenso wie die andere HMS Victory im bayrischen Erding; hier kann man sogar übernachten.

Gemälde der HMS Victory in der Schlacht bei Trafalgar

Die HMS Victory in der Schlacht bei Trafalgar

Natürlich ist das Hotelschiff Victory keine naturgetreue Nachbildung des historischen Kriegsschiffes. Aber was Josef Wund als Investor und Architekt in Personalunion aus diesem Stoff gemacht hat, ist nicht weniger spektakulär. Doch um zu verstehen, was das Hotel Victory für die Therme Erding bedeutet, sollten wir zunächst die Therme an sich betrachten. Sie ist ein Projekt der Superlative.

Thermenwelt auf 185 Hektar

Als 1983 in Erding nach Öl gebohrt wurde, fand man stattdessen eine thermale Quelle mit schwefelhaltigem Wasser. Schwefelwasser ist eines der ältesten Heilmittel der Menschheit und wird meist bei Beeinträchtigungen des Bewegungsapparates eingesetzt. Die Erdinger Quelle gelangt aus 2.350 Meter Tiefe an die Oberfläche und hat dann noch eine Temperatur von etwa 42 Grad. Zwar wurde die Quelle nach der Entdeckung im kleinen Rahmen genutzt – bis zur Eröffnung der „Therme Erding“ dauerte es aber noch bis 1999. Schon damals hieß der Investor Josef Wund und schon damals war der Friedrichshafener Unternehmer auf Wachstum aus. So wuchs die Therme von Jahr zu Jahr und mit ihr die Beliebtheit bei den Besuchern. Zusätzliche Bäder wurden angebaut, neue Saunalandschaften eröffnet, des Weiteren Rutschen, Pools, Bars und Restaurants.

"Josef Wund ist als „Bäderkönig“ bekannt. Vier Freizeitbäder sind unter seiner Ägide entstanden. Er konzipierte, finanzierte und errichtete aber auch den deutschen Pavillon für die Expo 2000. Ein gefühlter Ritterschlag für den gelernten Maurer."

Derzeit verteilen sich auf sagenhaften 185.000 Quadratmetern 29 Wasserbecken, 26 Rutschen 30 Saunen, 450 echte Großpalmen und mehr als 4000 Liegen. Die Therme Erding ist in verschiedene Bereiche unterteilt. So sind die „Vital-Oase“ und der luxuriöse Wellness-Bereich „Royal Day Spa“ nur ab 16 Jahren und gegen Aufpreis zu betreten (oder auch separat buchbar). Die neueste „Ergänzung“: das 9.000 Quadratmeter große Wellenbad mit Außenbereich. Und direkt daneben ankert die HMS Victory.

Es ist offensichtlich, dass ein Hotel genau das ist, was der Therme Erding gefehlt hat. Die Thermenwelt ist mittlerweile so umfangreich, dass ein einzelner Tag Aufenthalt nicht reicht, um alle Attraktionen ausgiebig zu würdigen. Wer ein Faible für Bad, Sauna und Wellness hat, kann sich bequem eine Woche in der Therme aufhalten. Zumal auch das Umland eine Menge zu bieten hat. Eine Brauerei-Besichtigung in Erding ist naheliegend und die Verkehrsanbindung nach München günstig. Der Hotelbau war also nahezu überfällig. Dafür hat sich Josef Wund mächtig ins Zeug gelegt und ein absolut stimmiges Konzept für sein Hotel Victory gefunden.

Design zwischen postmodern und authentisch

Um zum Hotel zu gelangen, fährt man bei Ankunft in Erding zunächst komplett an dem gewaltigen Thermen-Komplex vorbei: vorbei am hauseigenen Parkhaus, vorbei am Haupteingang, vorbei auch an der riesigen, 215 Tonnen schweren Glaskuppel der Therme – das Hotel Victory ist abseits des alltäglichen Massenandrangs entstanden. Zum Teil strömen mehr als 10.000 Besucher an einem Tag zur Therme Erding. Der Victory-Passagier kann den Badebereich bequem durch das Hotel erreichen.

Flur im Hotel Victory

Unterwasser-Feeling: Die Flure im Hotel Victory

Die Lounge ist geschmückt mit Gemälden der Trafalgar-Seeschlacht, zeigt also den glorreichsten Einsatz jenes Schiffes, dessen Rumpf hier nachgebildet ist und dessen Heck in die Lounge hineinragt. Seemanns-Romantik pur also auf der Victory? Keineswegs. Der Weg zu den Zimmern gerät zum postmodernen Flur-Erlebnis aus Stahl und farbig illuminierten Glas. Die Zimmer zur linken Seite des Flurs, mit Blick auf die grünen Erdinger Wiesen, sind ebenso futuristisch gestaltet: Die Wände aus poliertem Teakholz nehmen die Form eines Schiffs-Rumpfes auf; weiße, reflektierende Böden und Decken vergrößern den Raum optisch und das weiße Mobiliar bildet einen farblichen Kontrast zum dunklen Holz. Ja, es fühlt sich an, als befände man sich im Innern einer Luxus-Yacht.

Ganz anders der Eindruck der Zimmer zur rechten, dem Wellenbad zugewandten Seite. Hier dominieren helles Holz und eine Innenarchitektur, die die Stilistik einer geräumigen Kajüte auf einem alten Großsegler aufnimmt. Schön für Familien: In der Kapitäns-Kabine finden bis zu sechs Personen Platz, davon zwei Kinder in als Jollen gestalteten Hochbetten. Die Panorama-Außenkabine in der obersten Etage ist stilistisch schlichter und moderner eingerichtet und verfügt über einen Balkon, von dem aus man das Treiben im Wellenbad beobachten kann.

Angenehme Nächte in subtropischem Klima

Trotz des Badebetriebes herrscht in den Zimmern absolute Ruhe. Die Fenster sind schallgeschützt und kein Geräusch dringt herein. Ohnehin war Schallschutz beim Bau ein zentraler Punkt. So verwundert es nicht, dass die Planer den Venkon EC von Kampmann zur Klimatisierung der Hotelzimmer wählten. Denn der passenderweise auch Hotel-Venkon genannte Gebläse-Konvektor ist der leiseste am Markt – was sicherlich ein entscheidendes Argument war, aber beileibe nicht das einzige. Neben seinem flüsterleisen Betrieb punktet der Venkon EC mit seinem durch einen EC-Motoren angetriebenen Ventilator. Dieser spart bis zu 70 Prozent Energie ein, ist stufenlos regelbar und hocheffizient besonders auch in niedrigen Drehzahlbereichen, die bei Konvektoren häufig vorkommen. Doch nicht nur Schallemissionen sind für Klimageräte relevant – besonders in Hotels zählt auch die Luftqualität: Der Venkon EC ist nach der strengen Hygiene-Richtlinie VDI 6022 zertifiziert und gewährleistet so eine einwandfreie Qualität der Innenraumluft. Selbstverständlich lässt sich der Konvektor auch in die Gebäudeleittechnik einbinden – entweder über Kampmanns KaControl oder auch über eine Modbus- oder BACnet-Anbindung. Im Hotel Victory wird die hauseigene Leittechnik verwendet; der Besucher kann die Temperatur bequem per Touch-Panel einstellen.

Innenansicht eines Hotelzimmers im Hotel Victory

Stylish: Hotelzimmer à la Luxus-Yacht

Nicht unerwähnt soll bleiben, dass das Hotel Victory neben dem Schiffshotel noch einen thematisch ganz eigenen zweiten Flügel besitzt. Venezianische Romantik erwartet einen hinter einer Renaissance-Fassade, die Ausblick auf die Brandung des Wellenbades gewährt. In den stilvollen Zimmern fühlt man sich wie in einem Palazzo mit Blick auf die Lagune. Und genau das ist es, was den Betreibern im ganzen Komplex gelingt: eine Urlaubssituation zu schaffen, die einem von Deutschland in ferne Länder versetzt. Ein subtropisches Märchen aus glasklarem, warmem Wasser, Entspannung unter Palmen, kühlen Drinks an der Pool-Bar und himmlischen Nächten in klimatisierten Zimmern. Würde Lord Nelson nicht auf seiner Säule am Trafalgar Square stehen – hier hätte er sein Paradies gefunden.

Europas größte Thermenwelt ist ganzjährig geöffnet.
Alle weiteren Infos unter www.therme-erding.de.

Lord Nelson – ein britischer Seeheld

Gemälde des Seemanns Lord Nelson

Seemann Lord Nelson

Von Seekrankheit geplagt, einäugig und einarmig – so ging Admiral Horatio Nelson in die Seeschlacht bei Trafalgar. Dies mag verdeutlichen, was für ein leidenschaftlicher Seemann Lord Nelson war. Vielleicht auch, dass er 1771 mit nur zwölf Jahren bei der Royal Navy anheuerte, wo er schnell Karriere machte – trotz der Seekrankheit, die ihn sein ganzes Leben verfolgte. Und der Malaria, die er sich als 17-jähriger vor Indien zuzog. Mittlerweile zum Kommandanten aufgestiegen, setzte sich Nelson mit gerade einmal 28 Jahren zur Ruhe und lebte mit seiner Frau Fanny in einem Pfarrhaus. Fünf Jahre später rüttelte Nelson die Französische Revolution aus dem Ruhestand. Er kämpfte mehrere Schlachten und wurde 1794 am Auge verwundet, was zu einer einseitigen Blindheit führte. 1797 wurde er beim Versuch, den Hafen von Santa Cruz einzunehmen, von einer Kugel am Arm getroffen, der daraufhin vom Schiffsarzt amputiert wurde. Doch nicht seine Verwundungen machten Lord Nelson noch zu Lebzeiten zur Berühmtheit, sondern sein strategisches Geschick und seine Gabe, seine Mannschaft zu inspirieren und zu Höchstleistungen anzuspornen. Ein früher Motivationstrainer also. Dieses Talent setzte er auch 1805 in der Trafalgar-Schlacht ein, in der das Vereinigte Königreich die zahlenmäßig überlegene Armada aus französischen und spanischen Schiffen vernichtend schlug. Während der Schlacht wurde Nelson an der Schulter getroffen. Er starb noch an Bord der HMS Victory. Doch Großbritannien hatte die uneingeschränkte Seeherrschaft errungen.

Bilder: Hotel Victory by Therme Erding; The Battle of Trafalgar, Gemälde von William Turner